Musik-Therapie – Musik statt Medikamente

von Gregorian Bivolaru

Die Tatsache, dass in unserer Gesellschaft der Einzelne versucht, sich fast ausschließlich mit der Hilfe von Beruhigungsmitteln oder Medikamenten zu entspannen, ist zu einer allgemeinen Gewohnheit unseres täglichen Lebens geworden. Dem modernen Menschen fehlt die nötige Willenskraft, über solche heiklen Situationen hinwegzukommen. Folglich ist für ihn das kleine Pillenglas die einfachste und angenehmste Lösung. Aber dies schließt nicht eine ganze Serie von Entdeckungen aus, die Wissenschaftler und speziell Ärzte erst kürzlich zu machen begonnen haben. Es sind neue Methoden festgestellt und studiert worden, die durch ihre unerwartete Tiefe und durch ihre unerwarteten Ergebnisse jegliche allopathische oder künstliche Eingriffe entbehrlich macht.

In diesem Artikel werden wir die Musik und ihren Nutzen behandeln. Musik wurde für Menschen gemacht und kann sie sich besser fühlen lassen, wenn sie weise genutzt wird. Warum also sollten wir diese Hilfe nicht in Anspruch nehmen? „Wer suchet, der findet“ sagt ein altes Sprichwort. Diese Form des Mutes, der einem Willenskraft und den Wagemut zu erforschen schenkt, wird oft durch eine wichtige aufschlussreiche Entdeckung belohnt.

Wirkung der Musik

Seit Menschengedenken hat man den Klang und die Musik auch für therapeutische Zwecke und religiöse Praktiken eingesetzt. Wenn wir uns unwiderstehlich von Musik angezogen fühlen, können wir zweifellos zustimmen, dass sie einen bestimmten Einfluss auf unseren Geist hat. Ab und zu wird Musik einen erhabenen Zustand auslösen und bei verschiedenen religiösen Liedern, Ritualen und bestimmten Formen von Versammlungen zielte die Musik darauf ab, das menschliche Wesen auf eine höhere spirituelle Ebene zu erheben. Zusätzlich hat eine solche Musik die Neigung, den Einzelnen wieder in seine wahre und ursprüngliche Essenz zurückzuführen.

Es ist offensichtlich, dass die Musik ein Mittel zur Heilung und Harmonisierung des Wesens als Ganzes ist. Durch Musik kann man mit der Zeit von bestimmten schlechten Gewohnheiten loskommen. In diesem Zusammenhang wurde schon seit langem z.B. der Einfluss harmonischer Klänge auf die Reduzierung psychischer Spannungen und folglich das aggressive Verhalten festgestellt. Obwohl Musiktherapie in der modernen Medizin eine neuere Form der Behandlung darstellt, existiert sie schon seit Jahrhunderten und wurde als solche erkannt.

Auf dem „Musik und Medizin“ – Kongress1984 in Lüdenscheid war eine der Hauptschlussfolgerungen, dass Musik Stress reduziert. Derzeit wurden sogar viele weitere Schlussfolgerungen bezüglich der Effekte von Musik auf den Menschen gezogen. Somit mindert entspannende Musik den Blutdruck und die Herzschläge verlangsamen sich. Ein Student aus San Francisco experimentierte mit dem Vorspielen bestimmter klassischer Musikfragmente einer Gruppe von 28 Frühgeborenen und entdeckte eine offensichtliche Kräftigung und schnelleres Wachstum.

Musik bedeutet Schwingung und einige Menschen reagieren automatisch darauf. Der Australier Clynes, der Autor eines bemerkenswerten Buches „Musik, Verstand und Gehirn“ („Music, mind and brain“) unterschied verschiedene Formen der Schwingung, entsprechend dem Gefühl, das sie ausdrücken. Dafür ist es notwendig, eine klare Unterscheidung zwischen den Schwingungen zu machen, die in Verbindung mit Ärger, Traurigkeit, Angst (die alle negative, böse Schwingungen sind) stehen und denen die Liebe, Optimismus, Freude oder andere positive Emotionen ausdrücken.

Diese essentiellen Vibrationen, wie sie genannt werden, finden sich in allen großen Musikkompositionen wieder. Sie sind die sogenannten primären Schwingungen, die metaphorisch gesprochen teilweise den genetischen Code eines Individuums überlagern und so erkannt werden können.

Eine große Studie, die von Forschern geführt wurde, zeigte, dass die Menschheit schon seit langer Zeit auf Klänge reagiert. Es gibt alle möglichen Arten von Schwingung, der Freude, des Vergnügens, des Selbstvertrauens, der Angst, der Wut, des Misstrauens, u.s.w. Diese Schwingungen, die eng mit der bioenergetischen Struktur und der Aura eines menschlichen Wesens verbunden sind, schaffen eine bestimmte Resonanz, die wissenschaftlich ausgedrückt in Beziehung zum Nervensystem steht. Musik zu erschaffen bedeutet somit, den Akkord oder die akkurate Harmonie zu finden, um die Öffentlichkeit zu begeistern.

Behandlungsmethoden in der Musiktherapie

Um einen wirkungsvollen Gebrauch zum Ende der Therapie zu gewährleisten ist es wichtig, den Musiktyp auszusuchen, der zur Neigung des Einzelnen passt. Zum Beispiel sollten Menschen mit Unwohlsein oder Depression nicht von Anfang an mit annehmbarer, freudig tönender Musik unterstützt werden. Hier ist es besser mit einer melancholischen Musik zu beginnen. Jemand der an Angst leidet, sollte zu Beginn nicht gleich z.B. Beethovens 7. Sinfonie hören, die sehr freudig und strotzend vor Selbstbewusstsein und Optimismus ist. Für eine solche Person ist es angebrachter, sich einer Bach-Komposition zuzuwenden.

Eine erste Anforderung wäre also, intuitiv wahrzunehmen und die richtige Musik auf der Frequenz der zu behandelnden Person einzuschalten. In diesem Fall ist es empfohlen Klänge zu wählen, die den Zustand ihres Geistes so gut wie möglich reflektieren. Dies wird durch Resonanz eine bestimmte Brücke zwischen dem Individuum und der entsprechenden benutzen Therapie-Methode schaffen (in unserem Fall MUSIK). Erst danach werden können wir, Schritt für Schritt, zu einer Musik wechseln, die den Patienten zu mehr Selbstvertrauen inspiriert. Der gesamte Prozess sollte schrittweise stattfinden und die Stufen werden bedacht folgen, in kleinen Schritten. Niemals dürfen wir den Eindruck von plötzlichen Schocks oder Wechseln übermitteln.

Musik ist fähig, dein Wesen zu verändern

Das Anwenden des Wissens über die Musik-Therapie kann dem modernen Menschen großen Nutzen bringen. Ihre intelligente Praxis wird dem Einzelnen erlauben, eine perfekte Kontrolle über seinen Verstand aufrecht zu erhalten, und mehr noch, in fortgeschrittenen Phasen mit Hilfe der Beharrlichkeit ihn sogar zu harmonisieren. Heutzutage sind Menschen von verschiedenen Problemen und Versuchungen abgelenkt und mit einer riesigen Mischung an mentalen und emotionalen Erfahrungen konfrontiert. In solchen Fällen können sie mit Hilfe einer angemessenen Musik unterstützt und effektiv ausbalanciert werden.

Alles obliegt dem Gesetz der Dualität. Bezüglich der Musik-Therapie müssen wir immer die folgenden gegensätzlichen Kontraste mit einbeziehen:

Freude – Melancholie

Triumph – Sentimentalität

Kraft – Güte

Größe – Mitgefühl

Indirekt werden durch Musik erhabene Verstandeszustände erzeugt oder negative Einstellungen verändert. Alles in allem nutzt man eine angemessene Musik für die Emotionen und die gegenwärtige innere Struktur der Seele des Individuums. Wenn es Gefühle der Traurigkeit hat, wird am Anfang eine Reihe Songs am Besten sein, die Traurigkeit und Melancholie ausdrücken. Danach wird eine Musik mit etwas mehr Freude eingeführt. Es ist gut zu wissen und sich stets zu erinnern, dass jeder Übergang in der Musik-Therapie Schritt für Schritt und mit Vorsicht ausgeführt werden muss. Musik verbindet uns mit den tiefsten Fasern unseres Wesens. Und da jeder Mensch mit seiner eigenen Individualität gekennzeichnet ist, ist es nicht verrückt sich vorzustellen, dass zukünftig z.B. angebrachte personalisierte Musik für jeden Einzelnen verabreicht werden kann, eine Musik, die wie ein Handschuh auf seine inneren Gefühle und seine Struktur passt.

Sentimentalität

Bach: Brandenburgische Konzerte Nr. 1 und Nr. 3

Beethoven: 9. Sinfonie, Teil 3

Debussy: Nocturnes

Diabelli: Romanze

Rachmaninov: Konzert Nr. 2, Adagio, Opus 27

Schuman: Arabesque

Tschaikowski: Violinkonzert Nr. 2, canzonet, opus 35

Vivaldi: Die vier Jahreszeiten (vor allem „Winter“)

Traurigkeit

Brahms: Klavierkonzert Nr. 2, die 3., opus 83

Debussy: Mondschein

Mahler: Sinfonie Nr. 4, Teil 3

Saint-Seans: Karneval der Tiere

Wagner: Tannhauser Overtüre

Musik Ragas (Indisch): z.B. Bhairava

Ausgeglichenheit

Albinoni: Sinfonie Konzert Nr. 5, opus 2

Bach: Arie

Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 in B Dur, opus 73

Debussy: Heilige und profane Tänze

Gounout: Cäcilienmesse

Holst: Planeten (Venus)

Mozart: Konzert für Flöte und Harfe Nr. 2, Andante, K2999

Güte

Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3, die 3., opus 37

Dvorjak: Bagatelles No. 3, opus 47

Hayden: Cello-Konzert in C-Dur, Teil eins

Holst: die Planeten (Neptun)

Mahler: Szenen aus dem Elsass

Massenet: Sinfonie Nr. 4, erster Teil

Freude

Beethoven: Sinfonie Nr. 7, opus 92, erster Teil

Bruch: Konzert Nr. 1 für Violine, opus 26

Haydn: Militär-Sinfornie, Nr. 100, erster Teil

Mahler: Sinfonie Nr. 4, Teil 2

Rachmaninov: Sinfonie Nr. 2, Allegro Molto, opus 27

Tschaikowski: Dornröschen

Triumph

Beethoven: Sinfonie Nr. 5

Holst: Planeten (Mars)

Massenet: Szenen aus dem Elsass 2 und 4

Ravel: Bolero

Sibelius: Finlandia

Smetana: Má vlast (Mein Vaterland) II Vltava

Pink Floyd: Atom Heart Mother

Paul Simon & Garfunkel: Bridge over Troubled Water

Kraft

Bach: Brandenburgische Konzerte Nr. 2

Dvorjak: Konzert für Cello, Teil 3, opus 104

Gounout: Cäcilienmesse

Strauss: Tod und Verklärung, Verklärung

Mahalia Jackson: Abid With Me

Größe

Berlioz: Harold in Italy, Wallfahrers Prozession

Brahms: Sinfonie Nr. 1, German Requiem