Das System der Chakras

Das System der Chakras – sieben Bewusstseinsebenen

Wie unser Mikrokosmos energetisch an den Makrokosmos angebunden ist

Auf Sanskrit bedeutet Chakra „Rad“ oder „Energiefokuspunkt“. Die tausendjährige Yoga-Praxis hat gezeigt, dass ein Chakra ein subtiler Kraftfokus im Mikrokosmos des menschlichen Wesens ist. Die alten Yogis entdeckten sieben äußerst umfassende Systeme oder Kraftzentren. Jedes Chakra ist in der Lage, eine der sieben grundlegenden Schwingungsarten zu empfangen oder zu senden. Sie können, so sie denn erweckt, bewusst gemacht und gemeistert werden, das Wesen augenblicklich mit einer Vielzahl von Energieschwingungen aus dem ganzen Universum in Resonanz zu versetzen. Die Chakras sind psychische Zentren doch zugleich Quellen der Energie, Gesundheit und Vitalität. Die Chakras korrespondieren mit Erscheinungen auf den verschiedenen Ebenen unseres Wesens. Die grobstofflichste Entsprechung der Chakras sind die Nervengeflechte des physischen Körpers. Trotzdem ist ein Plexus nicht dasselbe wie ein Chakra, sondern dessen Aktivität untergeordnet. Jedes Chakra stellt eine spezifische Ebene des Bewusstseins im Wesen dar.

Die Chakras als Sender und Empfänger

Jede Form der Energie hat ihren Ursprung zunächst außerhalb des Menschen. Der Mensch kann diese Energien gut oder weniger gut aufnehmen, immer in Abhängigkeit zu seinem Evolutionsstadium und je nach persönlichem Bewusstseinsniveau. Jedes Zentrum sammelt und verwandelt eine ganz spezifische Energie, die in ihrem Ursprung so subtil ist, dass sie normalerweise weder sichtbar noch differenziert ist. Es ist genau wie bei einem elektrischen Apparat, der eine grundlegende Energieform nämlich die elektrische Energie, zum Beispiel in Wärme, Kälte, Bewegung oder Kraft umsetzt. Zusammenfassend können wir sagen, dass die sieben Chakras sieben völlig verschiedene Schwingungssysteme mit Empfangs- und Sendefähigkeit sind, die mit äußeren, anregenden Energiezentren aus dem Universum in Resonanz treten können. Dies geschieht genau dann, wenn Eigenfrequenz und makrokosmische Frequenz gleich oder ähnlich sind.

 

Im Folgenden finden sich die wichtigsten Merkmale der sieben Haupt-Chakras und die physischen Bereiche, in denen ihre Projektionsgebiete gespürt werden können:

1. Muladhara Chakra: im Ansatzbereich der Wirbelsäule, zwischen After und Geschlechtsorgan.

Eigenschaften: Leben, potentielle Energie, Starrheit, Anpassung.

2. Swaddhistana Chakra: über dem Bereich der Geschlechtsorgane.

Eigenschaften: triebhafte Energie, Empfindsamkeit, Sexualität, soziale Nachahmung (Mimesis).

3. Manipura Chakra: im Nabelbereich.

Eigenschaften: Ausdehnung, Kontrolle, Leidenschaftlichkeit, Dynamik.

4. Anahata Chakra: in der Mitte der Brust.

Eigenschaften: Zuneigung, Sympathie, Harmonie, Selbstlosigkeit.

5. Vishuddha Chakra: in der Halsgegend.

Eigenschaften: Reinheit, erhabene Erlebnisse, ästhetische Offenbarungen, Inspiration.

6. Ajna Chakra: über den Augenbrauen, in der Mitte der Stirn.

Eigenschaften: Genialität, außerordentliche mentale Kraft, Hellsichtigkeit, Intuition.

7. Sahasrara: in der Scheitelgegend.

Eigenschaften: Verbindung zur Unendlichkeit, reine Spiritualität, Kontakt zu Gott, Weisheit.
Aus dieser Übersicht geht bereits hervor, dass die Chakras sieben klar von einander unterschiedliche Ebenen des Wesens sind. Sie stehen nicht nur in Zusammenhang mit bestimmten Farben oder Klängen, sondern stellen sieben spezifische, unverwechselbare und essentielle Bewusstseinssphären des Wesens und des Universums dar. Im Yoga schaffen die verschiedenen Stellungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayamas) einen harmonischen Kreislauf der subtilen Energie. Im Yogasystem wird diese Energie Prana genannt, in der japanischen Tradition heißt sie Ki, in der chinesischen Chi und im Westen ist sie unter dem Namen „Bioenergie“ bekannt. Das Praktizieren der Asanas stellt eine wertvolle Hilfe dar, um zu einer Einheit der Gedanken zu kommen und schnelle Fortschritte in der Kunst der Konzentration und Selbstbeherrschung zu machen. Da Atem und geistige Aktivität eng zusammenhängen, spielt die Kontrolle des Atems eine wichtige Rolle. Sie wird gezielt durch Pranayama-Techniken erreicht. Die Chakras nehmen die subtilen Energien der sieben makrokosmischen Ebenen durch Resonanzprozesse entsprechend ihrer Schwingung auf bestimmten Ebenen des Wesens auf. Wie intensiv dies stattfindet, hängt von der Öffnung bzw. Resonanzfähigkeit der Chakras des Individuums ab. Die Energie kann nur eintreten, wenn der Yogi die Fähigkeit entwickelt hat, sie auf der entsprechenden Ebene aufzunehmen. Anderenfalls kann sie, selbst wenn sie außerhalb vorhanden ist, nicht im Mikrokosmos des Wesens wirksam werden. Die sieben Kraftzentren wirken in einem komplexen System von Nadis, den subtilen Energiebahnen des Wesens. Die Yoga-Wissenschaft definiert circa 72.000 wichtige Nadis, die die verfeinerten Energien aus dem Makrokosmos in den Mikrokosmos des menschlichen Wesens tragen und verteilen, vorausgesetzt die Nadis sind nicht blockiert. Jeder physischen Bewegung ist ein Nadi zugeordnet. Ebenso gibt es Nadis für bestimmte Stimmungen und Gefühle.

Auf dem Weg zur göttlichen Ekstase Samadhi

Die Quelle der uns angeborenen Bioenergie ist gemäß einiger Traditionen an der Wurzel des Rückrades zu finden, und heißt im Yoga Kundhalini Shakti. Von dort verteilt sich die Energie weiter in zwei Hauptströme, der eine solar (+) und der andere lunar (–), von denen wiederum Abzweigungen abgehen, die sich in verschiedenen Schlüsselpositionen des Körpers kreuzen. Aus der perfekten Harmonie dieser zwei Energieströme entsteht die Balance. Auf geistiger Ebene hilft eine stille, ruhige Einstellung, ungebunden und meditativ, eine fast permanente innere und äußere Balance aufrecht zu erhalten. Ist diese erreicht, erhebt sich die vitale Energie Kundhalini vom Muladhara Chakra durch Shushumna Nadi und vereinigt sich im Sahasrara mit der absoluten Essenz des Wesens. Auf diesem Niveau erlebt der Yogi die göttliche Ekstase Samadhi, einen Zustand totaler Fusion mit dem Makrokosmos auf all seinen manifestierten Ebenen. Das Chakrasystem entspringt den uralten Weisheiten des Tantra Yoga, aus dem später Hatha und Kundhalini Yoga hervorgehen. Die Erweckung der Chakras und das Aufsteigen Kundhalini Shaktis bildet die Basis aller Praxis in diesen Traditionen. Das Geheimnis von guter Gesundheit, geistigem und spirituellem Wachstums, ja selbst das Erreichen bestimmter übernatürlicher Fähigkeiten liegt in der harmonischen Erweckung der Chakras und der Reinheit, Vitalität und dem Strom der Kräfte durch die Nadis. Durch die harmonische Energetisierung der Chakras und Nadis mit Hilfe einer entsprechenden Yogapraxis erreichen wir einen ausgeglichenen, schönen physischen Körper, eine regenerative und stabile vitale Struktur, einen wachen Geist und eine ausgeglichene, erfüllte Seele, kurz, die generelle Kraft, Dynamik und Balance auf allen Ebenen des Wesens.