Die spirituelle Paarbeziehung – Teil 2

„Was ist das Geheimnis des Glücks in einer Paarbeziehung?

Gemeinsam dieselben göttlichen Dinge zu lieben!“
(Anthony De Mello)

Wir präsentieren hier einige grundsätzliche Gedanken, die eine tiefe und einweihende Sichtweise über die Paarbeziehung geben und ihren spirituellen Wert unterstreichen. Diese Ideen können eine echte Revolution im Hinblick auf Paarbeziehungen darstellen, da sie die Auffassung über diesen wichtigen Aspekt des Lebens neu formulieren.

Das Gesetz der Polarität

Ich habe im ersten Artikel über das tantrische System erwähnt, und muss hier erneut darauf eingehen, dass eine fundamentale Grundidee, die uns helfen wird das Phänomen bezüglich der Paarbeziehung und den Weg, wie es zum echten „Motor“ unserer spirituellen Entwicklung werden kann, zu verstehen, die ENERGIE ist. Es gibt viele mögliche Definitionen von Energie, aber ich werde hier nur die erwähnen, die für die praktischen Anwendungen hilfreich ist: Energie ist eine Bewegung die aus dem Unterschied von Spannung zwischen zwei Polen entsteht. Dieser Spannungsunterschied ist tatsächlich aus dem Spiel der Polaritäten entstanden, das die gesamte Schöpfung auf all ihren Ebenen strukturiert, deshalb ist es von grossem Interesse, die Polarität als ein grundsätzliches Gesetz anzuerkennen.

Tantra legt dar, dass alles im gesamten Universum aus der freien, spontanen, endlosen und ekstatischen Vereinigung zwischen Shiva – dem Höchsten Männlichen Bewusstsein – und Shakti – dem Höchsten Weiblichen Bewusstsein – resultiert, dem Spiel zwischen Yang und Yin.

Aus diesem Grund offenbart Tantra (für alle, die bereit sind diese Aspekte achtsam und ohne vorgefasste Meinungen zu betrachten), das die universellen Geheimnisse des Dynamismus in einer synthetischen Weise ausgedrückt im mysteriösen und faszinierenden Spiel der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau gleichermaßen zu finden sind, wie wir die Mysterien der Galaxien verdichtet in der Tiefe der Atome wiederfinden. Dies ist der Grund, warum die bewusste und einweihende Haltung einer polaren Paarbeziehung viel mehr bedeutet als das unvermeidliche Ergebnis des Spiels individueller Kräfte, sondern den Ausdruck eines Göttlichen Spiels, das das gesamte Universum in dieser Art aufbaut.

Für die tantrisch Eingeweihten wird die Paarbeziehung als ein offenes Tor zu einem der großen universellen Mysterien betrachtet, eine große Chance dieses Geheimnis direkt zu erfahren und es durch direkte und bewusste Teilnahme zu verstehen. Die Paarbeziehung wird somit als ein Ausdruck des Universellen Paares Shiva – Shakti, Bewusstsein – Energie, im menschlichen Dasein verstanden.

Jeder Prozess, jedes Phänomen oder jeder Zustand ist gestärkt durch dieses Göttliche Spiel. Deshalb, um Kontrolle über die Zustände, die Phänomene oder die Vorgänge zu haben, die in unserem Leben geschehen, ist es nötig, dass die fundamentalen Polaritäten, die diesen Prozess, Zustand oder dieses Phänomen aufrecht erhalten, ausgeglichen sind oder die Polarisierung der beiden gegensätzlichen Kräfte in einem harmonischen Verhältnis stattfindet. Als eine Reflektion dieses kosmischen Prozesses im Wesen des spirituell Suchenden ist das Spiel der Polaritäten dasjenige, das dem spirituellen Fortschritt wesentlich Kraft verleiht.

Deshalb kann die Paarbeziehung eine echte „spirituelle Werkstatt“ werden, in der die zwei Liebenden lernen, zuerst ihre eigene Polarität zu erwecken und zu vergrößern und dann – in empathischer Vereinigung mit dem Geliebten – die gegensätzliche Polarität zu erwecken.

Dies macht die Paarbeziehung nicht nur zu einem angenehmen Aspekt des Lebens, sondern zu einem geheimen Element von großer Wichtigkeit für unsere spirituelle Entwicklung, mit der offensichtlichen Bedingung, dass wir sie aus der richtigen Perspektive betrachten oder anders ausgedrückt, müssen wir richtig eingeweiht sein. Dies ist möglich durch die bewusste Beschäftigung mit diesem Spiel gegensätzlicher Polaritäten, indem wir erst unsere eigene Polarität stärken und allmählich die gegensätzliche Polarität des Partners durch Assimilation erwecken, wodurch sich die Paarbeziehung auf den erstrebenswerten Zustand der Androgynität hinbewegt. Die polare Paarbeziehung wird dadurch die einfachste und gleichzeitig die effektivste Methode, durch die wir uns dem ruhmvollen Zustand der Androgynität annähern und mit ihm in Berührung kommen können, den Zustand, der es uns ermöglicht anschließend außergewöhnliche spirituelle Erkenntnisse sehr leicht zu erlangen.

Der Zweck des tantrischen Weges im Hinblick auf Paarbeziehungen

Das wesentliche Ziel des tantrischen Systems sowie jedes echten spirituellen Pfades ist das Erwachen gegenüber unserer wahren Natur, dem Göttlichen in uns, dem Höchsten Selbst Atman. Die zweite Stufe dieser Erkenntnis beinhaltet das bewusste Erkennen der Identität zwischen dieser ultimativen Wirklichkeit unseres Wesens und der ultimativen Natur der gesamten Schöpfung, dem Höchsten Absoluten oder Gott.

Der erste und wichtigste Schritt bei dieser spirituellen Suche ist die Offenbarung des Unsterblichen Höchsten Selbst Atman, ein Schritt, der erreicht wird durch die direkte Erfahrung dieses vollendet neutralem „Etwas“ im Innen, des leuchtenden und stillen Zeugens, der alles weiß. Um diesen Zustand der Zentrierung im „stillen Auge“ des Sturms (wie wir manchmal das Höchste Selbst nennen) zu erreichen, schlagen die Tantriker die sphärische Ausdehnung des Bewusstseins durch die Ausweitung und Vereinigung mit ergänzenden Energiepaaren aus dem Universum vor.

Dieses neutrale Zentrum drückt sich in unserem Bewusstsein durch die grundlegende Erfahrung des SEINS aus, durch das Ich-Gefühl, das frei ist von jeglichen anderen Assoziationen.

Tantra lehrt uns, das die intensiv gelebte Lebenserfahrung in all ihrer Fülle, größtmöglichen Klarheit, Transfiguration und angemessenem Wissen in sich selbst einen Zustand der Zentrierung auf diese Mittelachse (das Höchste Selbst) erzeugt, welcher wir uns ab einem bestimmten Punkt bewusst zu werden beginnen. Deshalb ist alles was nötig ist, eine ständige Aufmerksamkeit inmitten der intensivsten Lebenserfahrungen zu erwecken. Zustände wie Glück, Harmonie, Güte, außergewöhnlich intensive Freude, ebenso wie Zustände wie Frustration, Traurigkeit, Ärger können zur zahlreichen Ursache werden, uns im höheren Zustand des losgelösten Zeugen zu zentrieren.

Die Bedingung, damit dieser Zustand der Selbstzentriertheit erscheint, ist, neben einer gleichmäßigen und kraftvollen Aufmerksamkeit inmitten der Erfahrung, einen außerordenlich intensiven Zustand zu erleben. Je intensiver die Erfahrung ist, kombiniert mit einer geschärften Achtsamkeit, umso schneller ist der Prozess der Selbstzentrierung. Wenn die Erfahrung mittelmäßig ist, riskieren wir weniger Kapazität für das Zentrieren in den höheren Zustand des losgelösten Zeugen zu haben. Diese Beobachtung erklärt einen grundlegenden Mechanismus, der durch das tantrische System offenbart wird und die Quelle vieler seiner Techniken darstellt. Wenn auch die Achtsamkeit und die Klarheit durch verschiedene individuell durchgeführte Techniken trainiert werden können, wird die andere „Zutat“ zum Erweitern unseres Bewusstseins bis zum Zustand des objektiven Zeugen, nämlich die außergewöhnlich intensiven Zustände, nicht immer von uns abhängen. Das Leben versorgt uns manchmal mit außergewöhnlich intensiven Zuständen , aber wann und wie sie auftreten ist nicht immer unter unserer Kontrolle und konsequenterweise kann es problematisch sein, diesen Mechanismus als ständige spirituelle Übung zu nutzen. Aus diesem Grund suchten die Tantriker immer die Quelle außergewöhnlich intensiver Zustände, zu der wir von Natur aus jederzeit Zugang haben und die, zusammen mit unserer gut trainierten Klarheit und Aufmerksamkeit, die Basis einer außergewöhnlich effizienten spirituellen Praxis wird.

Die besonders sinnliche Erfahrung des Erotismus mit perfekter Kontrolle über die sexuellen Funktionen in einem verklärten und sich liebenden Paar stellt solch eine wichtige Quelle eines außergewöhnlich intensiven Zustandes dar, die uns hilft den Zustand des Selbstzentrierens zu verwirklichen.

Liebe ist eine der fundamentalen Erfahrungen, die eine Person im Prozess des spirituellen Erwachens machen wird, und deren sinnlicher Ausdruck durch das Liebemachen mit perfekter Kontrolle und Verklärung wird der naheliegendste Weg, um bewusst den Zustand reiner Existenz zu erfahren.

Durch diese intensiven Erfahrungen, die wir mit Klarheit und Entspannung haben, wird unser Bewusstsein zur Ausdehnung neigen, um sich ergänzende Zustände einzuschließen und unsere spirituelle Erfahrung zu vervollständigen. Tantra beinhaltet nicht, mit den Elementen des Lebens zu kämpfen, sondern sie vielmehr durch die bewusste Erfahrung zu assimilieren.

Da Tantra vorschlägt, alle Lebenserfahrungen möglichst intensiv zu leben, denken einige fälschlicherweise, dass dies ein untergeordneter Pfad ist, der zu übertriebener Sinnlichkeit führt und rein lustorientiert ist.

Entgegen dieses Missverständnisses betrachten die Eingeweihten Tantra als die HÖCHSTE ASKESE, da es eine perfekt kontrollierte und klare allmähliche Ausdehnung des Bewusstseins in die außergewöhnlichen Lebenserfahrungen bedeutet, wobei die Kontrolle nicht zwanghaft, sondern durch Verwirklichen unserer Möglichkeiten erreicht wird.

Deshalb wie im Tantra die Erfahrung nicht „konsumiert“, sondern allmählich und klar entfaltet, sodaß sie eine Bereicherung für uns ist. Deshalb wird der Zustand der Zentrierung im Tantra nicht durch Anstrengung erreicht, sondern durch klare Erkenntnis all dessen, was uns das Leben bietet. Die Ausdehnung des Bewusstseins, die hieraus entsteht, lässt uns die Gegensätzlichkeiten einschließen und so den Zustand des Zentrierens im neutralen Punkt zu erlangen und somit Zugang zum Nulllevel unserer Persönlichkeit zu bekommen.

In der Paarbeziehung gibt es viele Möglichkeiten, unser Bewusstseinsfeld zu erweitern und unsere Grenzen zu überwinden, sowohl durch die positiven außergewöhnlichen Erfahrungen als auch durch die negativen Erfahrungen, die aus den Blockaden des einzelnen resultieren.

Die tantrisch Eingeweihten beobachten klar und kontrollieren dadurch mühelos jede Erscheinungsform der universellen Energie, Shakti, und können so ihre geringeren Aspekte in zahlreiche spirituelle Zustände umwandeln.

Durch diese sphärische Ausdehnung unseres Bewusstseinsfeldes wird allmählich alles ausgeschaltet, was vorher auf eine starre Art errichtet wurde (was vorher unserem Wesen geholfen hat, sogar durch die Momente des Unbewußten zu leben); Die Mauern der Lebensregulierungen fallen unter dem enormen Druck der bewussten Erfahrung, der Wirklichkeit, ein. So wird das Wesen frei und spontan, immer sich selbst gewahr. Je öfter diese Momente des Gewahrwerdens geschehen, desto mehr wird der Zustand des spirituellen Erwachens vertieft.

Schlussfolgernd können wir sagen, die schrittweise Ausdehnung des Bewusstseins wird durch die kontrollierte und bewusste Vereinigung mit den Energien und den Erfahrungen des Lebens in Erscheinung treten, deshalb nützt Tantra die außergewöhnlichen intensiven Erfahrungen, die das Leben zur Verfügung stellt.

Die vollkommene, liebevolle und transfigurative Paarbeziehung, in der die beiden Liebenden die sexuelle Kontinenz praktizieren (der überklar und vollkommen kontrollierte sexuelle Impuls), wird für die tantrisch Eingeweihten eine außergewöhnliche Quelle solch überwältigender Erfahrungen, die in nichts anderem als der Ausweitung des Bewusstseinsfeldes der beiden Liebenden vom Endlichen zum Unendlichen resultieren.

Der außergewöhnliche Wert dieser Mechanismen empfiehlt die besonders sinnliche erotische Erfahrung in einem polaren Paar als eine wirksame Methode und dadurch können wir verstehen, warum das Interesse, die sinnliche Erfahrung zu verlängern, nicht mehr nur eine Jagd nach sinnlichem Vergnügen ist, sondern dazu dient, ein neues spirituelles Gleichgewicht zu erlangen.

Wichtige Aspekte die Paarbeziehung betreffend – der normale Weg als Paar

Statistiken und die Wirklichkeit der modernen Welt

  • Die Lebensdauer der Paarbeziehung nimmt in alarmierender Weise ab. 2001 zeigte die Statistik, dass die durchschnittliche Dauer einer Paarbeziehung 3-5 mal kürzer war als zu Anfang der sechziger Jahre. Dennoch blieb das Interesse in einer glücklichen Paarbeziehung zu leben nahezu unverändert, aber „es scheint“, dass das nicht von uns abhängt. In Wirklichkeit macht die Unwissenheit der Menschen sie unfähig, eine Paarbeziehung zu entwickeln, die so ist, wie sie es erstreben.
  • Die Art, wie eine Paarbeziehung wahrgenommen wird, hat sich drastisch verändert. Einige Gesichtspunkte stellen ein echtes Versagen in modernen Paarbeziehungen dar. Glück und Erfüllung in der Paarbeziehung sind heute zum Beispiel oft ersetzt durch berufliche und materielle Leistungen. Menschen haben die Neigung, sich selbst durch übermäßige Arbeit und durch den Gebrauch psychischer Stimulanzien wie Tabak, Alkohol und Drogen zu „vergessen“. Die Zeit, die zwei Liebende zusammen verbringen, nimmt sowohl in der Quantität als auch in der Qualität ab. Wenn wir im letzten Jahrhundert bei zwei Liebenden von den Flitterwochen gesprochen haben, können wir heutzutage in den meisten Fällen gerade mal von einem Flitterwochenende sprechen und sogar das ist oftmals nicht so erheiternd.
  • Die Auffassung von Beziehungen neigt dazu, auf das Maximum vereinfacht zu werden. In den nordischen Ländern beispielsweise verursacht die Verwirrung auf dieser Ebene bei den Menschen oft eine rein instinktive Interaktion, die sich auf das Minimum reduziert. Die Menschen ziehen es vor, in Interessensgemeinschaften zu leben und vermeiden intensive Erfahrungen wie Leidenschaft oder Liebe; diese intensiven Erfahrungen werden manchmal sogar als schädlich oder störend für das alltägliche Lebensziel des modernen Menschen betrachtet.
  • Immer mehr Familien werden in einem beschleunigten Rhythmus „ausgeschaltet“. Zum Beispiel setzt sich die Mehrheit der Familien in den nordischen Ländern mehrfach neu zusammen, bevor die Kinder das Erwachsenenalter erreichen, so dass jedes Kind mehrere Eltern „genießen“ kann. Diese Tatsache mag gut scheinen, aber mit der Zeit führt sie zur Schwächung und Abwertung der Paarbeziehung, deren grundsätzliche Rolle allmählich durch die Gesellschaft ersetzt wird, ein Effekt der paradoxerweise mit den Idealen übereinstimmt, die die utopischen nordkoreanischen Kommunisten verfolgten.
  • Auf einer tiefgründigeren Ebene ist die erotische Erfüllung innerhalb des Paares drastisch verringert. Die meisten Frauen sind heutzutage nicht erotisch erfüllt und erfahren selten orgastische Zustände. Frustrationen und damit verbundene Störungen werden immer häufiger. Die Art wie Sexualität von Frauen erfahren wird ist oft ein Opfer (sie opfern ihre eigene sexuelle Erfüllung der des Mannes), während Sexualität für den Mann oft zu vorzeitiger Erschöpfung führt.
  • Infolge der fortwährenden Entfremdung von ihrer eigenen Seele wird die romantische Phase in der Paarbeziehung immer kürzer (die Phase, die, wie wir sehen werden, eine wichtige Rolle in der Entwicklung einer höheren Bewußtseinsebene spielt) und Routine und Langeweile entstehen früher. Infolgedessen nehmen immer mehr Paare ohne großen Erfolg Beziehungsberatungen in Anspruch, um in ihrer Beziehung die Flamme der Leidenschaft neu zu entfachen. Die Auswirkung dieser Situation ist gewaltig. Eine davon ist die Tatsache, daß die Personen gefühlsmäßig zurückbleiben und nicht in der Lage sind, die Paarbeziehung emotional zu erhalten.
  • Eine unpassende Teilnahme an der Paarbeziehung, die die Leidenschaft schneller zerstört, führt zum Vormarsch der Pornographie als ein verzweifelter Versuch, das Interesse an Intimität und sinnlicher Interaktion aufleben zu lassen. Auf lange Sicht verschärft dies die Situation und führt zu sexuellen Problemen und dem Verlust der Libido.
  • Bei näherer Betrachtung kann man erkennen, dass die Formen der emotionalen und sexuellen Erziehung primitiv sind und die Quellen kaum existieren. Dennoch ist das emotionale Kapitel des Lebens ein sehr wichtiges. Infolge emotionaler Krisen oder emotionaler Unreife treffen Menschen einen Großteil ihrer Fehlentscheidungen im Leben. Beispielsweise, infolge der Missdeutung einer sexuellen Anziehung als Liebe, heiraten junge Leute und versuchen eine Familie zu gründen, die auf etwas Unrealem basiert. Selten hören wir Menschen wegen eines Denkfehlers klagen, aber oft wegen eines emotionalen Fehlers. Obwohl dieses Kapitel unseres Lebens so eine gewaltige Wirkung auf uns hat, ist die emotionale Erziehung primitiv, wenn überhaupt vorhanden. Kinder und Jugendliche werden nicht über Liebe und über liebevolle Beziehungen unterrichtet und deshalb bleiben die einzigen Erziehungsquellen auf dieser Ebene die Charaktere in Büchern und Filmen, die meistens verzerrte, abweichende unrealistische Protagonisten sind. Dies führt zu der Situation, dass Menschen aus einer emotionalen Sicht völlig unvorbereitet ins Leben und in Beziehungen eintreten.
  • Ein weiteres wichtiges Kapitel unseres Lebens, das heutzutage unter dem Mangel an Informationen leidet, ist die Sexualität. Ähnlich wie die Emotionen ist unsere sexuelle Erziehung sehr spärlich, reduziert auf das biologische Basiswissen. Es soll uns nicht wundern, dass in dieser Situation, selbst im Zeitalter der Raumfahrt, genetischer Manipulationen und Supercomputern, die Sexualität immer noch unter dem Einfluss mittelalterlicher Tabus und Vorurteile steht.

Demnächst stellen wir euch vor, wie man die Paarbeziehung zum echten „Motor“ des spirituellen Lebens macht – bleibt auf dem Laufenden…

Dieser Artikel ist im englischen Original von Mihai Stoian, Yogalehrer in Dänemark, verfasst.