Gedanken zu Ostern – Die Kraft des Opfers

Die „Kraft des Opfers“ und seine wunderbaren Auswirkungen auf unser Leben bei richtiger Anwendung.

In fast allen spirituellen Traditionen unseres Planeten finden wir, in mehr oder weniger großer Ausprägung, Hinweise auf das ‚Opfer’, und wie seine Kraft neues Leben, das neue Zeitalter und Transformation enthüllt. Gemäß dieser spirituellen Systeme wird die gesamte Schöpfung tatsächlich erst durch das Höchste Opfer ermöglicht, das Gott während des makellosen und immerwährenden Aktes der Schöpfung darbringt.

Obwohl das ein Thema ist, von dem viele Leute meinen viel zu wissen, werden wir bei genauerer Betrachtung erkennen, dass wir, um die Realität des Opfers als ein tiefes Göttliches Geheimnis zu verstehen, erst das Opfer Jesu Christi in seiner Ganzheit begreifen müssen.

Mindestens einmal im Jahr fokussiert sich nicht nur die christliche, sondern wahrhaft die gesamte Welt (da wir heutzutage in einer Welt der Kommunikation leben), direkt oder indirekt auf das Opfer Jesu Christi und seine Wichtigkeit für jeden von uns. Leider muss gesagt sein, dass in vielen Situationen (und manchmal sogar in den grundlegenden Werken der Christenheit) der österliche Moment (als Jesus Christus sein Leben für seine Anhänger und die ganze Menschheit gab) auf oberflächliche und manchmal sogar absichtlich unverständliche Weise gefeiert wird. Infolge dieser Herangehensweise wird diese wunderbare, großartige Geste Jesu, deren Ziel es war eine bessere Welt zu schaffen, für uns zu einem Akt des Leidens und des Schreckens, der nicht die tatsächliche Absicht hinter seinem Handeln wiedergibt.

Wenn die gesamte Schöpfung durch das Höchste Opfer ermöglicht wird, das Gott im perfekten und andauernden Schöpfungsprozess bringt, müssen wir zuerst betrachten, was Gott im Schöpfungsprozess opfert und auch warum Er dieses Opfer bringen muss, wo Er doch Der Allmächtige ist, der tun kann, was immer Er will und wann immer Er es will. Um dies zu verstehen, gebrauchen wir ein Modell der Schöpfung, welches eine Synthese aller Modelle darstellt, die in verschiedenen spirituellen Systemen Verwendung finden (und wir müssen natürlich daran denken, dass es sich nur um ein Modell handelt und die Wirklichkeit weitaus komplexer ist als diese Vorstellung).

Vor dem Beginn des gesamten Schöpfungsprozesses sind im Höchsten Bewusstsein alle in der zukünftigen Manifestation und der künftigen Schöpfung existierenden Möglichkeiten gleich. Vor dem Göttlichen Bewusstsein ist keine dieser Möglichkeiten oder Potentiale wichtiger, länger oder größer als irgendeine andere.

Aus diesem Grund muss Gott, das Höchste Bewusstsein, „irgendwo“ anfangen, um zu erschaffen. Um den Schöpfungsprozess zu beginnen braucht Gott einen Anfangspunkt, eine Markierung für die künftige Entwicklung, sonst bleiben alle gleichen Möglichkeiten in einem Zustand perfekter Balance im Höchsten Bewusstsein und es gibt keine Schöpfung.

Um deshalb „irgendwo“ zu starten, muss Gott eine erste Wahl treffen, und diese wird durch das „Ignorieren“ der gesamten restlichen Schöpfungsmöglichkeiten zugunsten der ersten Wahl getroffen. Im Verlauf der Schöpfung stellt dies den ersten Schritt dar.

Gleichermaßen ist der nächste Schritt tatsächlich immer was im Verlauf der Schöpfung folgt und es wird ermöglicht dass Gott den Schöpfungsakt fortsetzt. Dies wird nur durch den Vorgang des „Ignorierens“ der restlichen gleichen potentiellen Möglichkeiten erreicht, durch das Fokussieren und Auswählen nur einer davon.

Deshalb fokussiert sich Gott im Schöpfungsakt ausschließlich auf eine Möglichkeit und „schließt“ alles andere (im Moment) konsequent aus. Auf diese Weise ist die Schöpfung zugleich genau und präzise, sogar wenn sie ungeheuer groß ist und alle unendlichen Göttlichen Möglichkeiten zum Ausdruck bringt. Diese Genauigkeit und Präzision der gesamten Offenbarung, mit all ihren Stufen und Welten und ihrem begrenzten Bewusstsein,
wird ermöglicht durch das Opfern der vielen Wahlmöglichkeiten durch die Auswahl einer einzigen Möglichkeit.

Der Akt der göttlichen Opferung ist nicht ein reiner Akt der Ablehnung, sondern er stellt vielmehr einen Akt des Erfassens eines einzigen Aspekts und offenbar das Opfern (offenbar vom Blickpunkt der Schöpfung aus) der Unendlichkeit der endlichen Schöpfung dar. Ohne diesen Akt des Opferns der unendlichen Möglichkeiten durch Fokussierung auf eine einzige, ohne diesen ausschließlichen Fokus auf den schöpferischen Akt, wird jedwelche Manifestation unmöglich sein und alles wird nur reine geistige Kraft mit ihren unendlichen Möglichkeiten im Höchsten Bewusstsein bleiben.

Bei näherer Betrachtung (und dadurch den kurzfristigen Verlust der generellen Perspektive, aber dafür das Erkennen von Details) erfahren wir, dass das Göttliche Handeln eine bewusste Entscheidung ist, die einen anderen Bewusstseinszustand ersetzt. Das Opfer, das Gott bringt, indem er ein Detail auswählt welches den nächsten Schritt darstellt, und der zeitweise Verlust der gesamten allgemeinen Perspektive, ist ein bewusstes Opfer, es ist kein Zufall oder durch äußere Zwänge bestimmt (denn es gibt keine „äußeren“ Zwänge).

So manifestiert Gott einen besonderen Grad des Bewusstseins, einen besonderen Aspekt, ein besonderes Möglichsein; behalte diese wichtige Beobachtung für später im Gedächtnis. Es wird in uns die Bereitschaft erwecken, einige geheime esoterische Aspekte zu verstehen, die das beispielhafte Opfer von Jesus Christus betreffen und wertvolle Schlüsse zu ziehen für unser tägliches Leben und die Art, wie wir die Kraft des Opfers für unsere spirituelle Entwicklung nutzen.

Gottes Schöpfungsakt ist nicht durch „Spielregeln“ bestimmt, sondern durch Seinen freien Ausdruck der Entscheidungen. Wir können nun verstehen, dass jede Entscheidung, die wir treffen, zu einem Opfer führt, das früher oder später in Erscheinung tritt, um den wahren “Preis“ für unsere Entscheidung darüber einzufordern, was wir bekunden oder so in unser Leben aufnehmen wollen.

Diese Vorstellung, dass alles, was wir wählen, einen “Preis“ hat, ist fundamental und wird später die Form einer sehr wichtigen Schlussfolgerung annehmen.

Wenn wir einen Traum wahr werden lassen wollen, müssen wir die richtigen Entscheidungen treffen und im Zusammenhang damit müssen wir den „Preis“ bezahlen, in Form von den Opfern, die durch unsere Entscheidung verursacht werden, vor allem durch das Begrenzen unserer Möglichkeiten.

Die unreifen Aspiranten, die noch nicht bereit sind, die diese geheimen Mechanismen des Universums noch nicht verstehen, denken in Kategorien, in denen man „alles“ erlangen kann ohne „irgendetwas“ zu geben. Auf diese Weise geben sie auf, sobald sie Opfer bringen müssen , auch wenn sie anfangs immer mit sehr viel Enthusiasmus zur Sache gehen, da sie diese Mechanismen nicht verstehen können.

Unsere Lebenserfahrung lehrt uns, dass, wenn wir etwas anstreben, wir mit mehr als diesem einfachen Mechanismus konfrontiert werden; jede Entscheidung verlangt nach einer Opfergabe, unabhängig davon, ob wir den „ richtigen“ oder den „falschen Weg“ wählen. Eine Entscheidung bedeutet das Opfern der potentiellen Möglichkeiten durch die Auswahl nur einer, wodurch der Rest nicht beachtet wird. Dies ist das erste Opfer, das am Beginn jedes Projekts steht, das wir je in unserem Leben angehen. Dies ist das fundamentale Opfer, von dem aus alles beginnt, einschließlich der gesamten Schöpfung.

Die Diskussion darüber, ob unsere Entscheidung richtig oder falsch ist, gehört in den Bereich der niederen Sinne. Für den Eingeweihten, bevor wir über richtig oder falsch sprechen, bedeutet das Treffen einer Entscheidung ein Opfer und dies zu wissen bereitet ihn/sie darauf vor – indem es den Akt des Opfers, der mit der Entscheidung einhergeht, zulässt.

Sogar wenn es einfach erscheint, entdecken viele, dass in Wirklichkeit das Treffen einer Wahl nicht so einfach ist.

Was bedeutet es tatsächlich, bereit zu sein, eine Entscheidung zu fällen? Zuerst bedeutet es sich darüber im Klaren zu sein, dass wir entscheiden können! In vielen Situationen ist es den Menschen unklar, dass sie eine Wahl haben und manchmal, infolge von Anhaftungen und Ängsten, weigern sie sich, das zu erkennen, weil sie intuitiv wissen, dass die Entscheidung mit einem Opfer einhergeht.

Darüber hinaus bedeutet das Bewusstsein, entscheiden zu können, zuallererst sich des Umfangs aller Möglichkeiten bewusst zu sein. Alle potentiellen Möglichkeiten sind in der Tat in der „schöpferischen Leere“ enthalten, aus der alles beginnt und wohin alles am Ende seiner Existenz zurückkehrt.

Ein Eingeweihter, der Freiheit von den Entscheidungen erlangen will, strebt die ganze Zeit nach dem „Erwachen“, um sich der vielen Möglichkeiten bewusst zu werden, die aus der schöpferischen Leere entstehen. Wenn wir uns dieses unendlichen Reservoirs von Möglichkeiten bewusst sind, machen wir den ersten und entscheidenden Schritt, um jeden Traum in unserem Leben wahr werden zu lassen.

Jeder einzelne Erfolg, immer, wenn ein Traum in unseren Leben wahr wird, ist am Anfang in der schöpferischen Leere verwurzelt und beginnt mit einer Entscheidung, die wir treffen, weshalb wir unser erstes und wichtigstes Opfer bringen, indem wir uns einer Option bewusst werden und die unendlichen Möglichkeiten opfern, die zuvor als potentielle Optionen vorhanden waren.

Für einen Eingeweihten ist dies das wahre Opfer. Diese Möglichkeiten zu erkennen, um wählen zu können, ist wahre Bereitschaft für dieses Opfer.

Betrachten wir, warum und für wen dieses Opfer so beängstigend ist. Ein Opfer ermöglicht uns die Grenzen der gegenwärtigen Wirklichkeit zu transzendieren, um in unserem Leben oder im Universum Platz zu schaffen für neue Aspekte des Lebens, für ein neues Verständnis, einen neuen Zustand, oder eine neue Stufe der Existenz.

Deshalb ermöglichen Opfer das Erscheinen der Transformation und das Verschwinden der Stagnation, indem sie Etwas hervorbringen, das „neu“ in unserem Leben zu sein scheint.

Normalerweise erwägen wir, dass unsere Gedanken, Vorstellungen und Handlungen alle „ursprünglich“ sind, dass wir die Verfasser sind. Auf diese Weise betrachten wir uns als Wesen, die von der Gesamtheit getrennt sind, in der Lage, etwas vom Universum vollkommen Unabhängiges zu schaffen und zu offenbaren. Von einem spirituellen Gesichtspunkt aus kann dies rechtmäßig als die „Erbsünde“ betrachtet werden, als die Quelle von Verwirrung und Missverständnis in unserem Leben. Bedenke, dass es „nichts Neues unter der Sonne gibt“, alles (wenn wir uns auf dieser Bewusstseinsstufe befinden) kommt aus dem universellen „Reservoir“ der Gedanken und Möglichkeiten und ist nicht neu, es durchquert unser Wesen nur immer wieder. Daher können wir schließlich etwas Neues in unser begrenztes Leben einbringen.

Aber eben deshalb können wir etwas völlig Neues in unserem Leben nur durch das Opfer bewerkstelligen. Wenn wir ein Opfer korrekt durchführen, fühlen wir deutlich, dass etwas Neues in unseren Leben erscheint. Auf diese Weise können wir sagen, dass die erneuerte Transformation den Ausdruck des offenbarten Geistes schlechthin darstellt und seine Basis das Opfer ist.

Ständig erneuerte Transformation ist der einzige Zugang zu Universalität und Ewigkeit, den das beschränkte Bewusstsein während seiner Existenz in der dualen Welt hat. Der träge und unbewusste Stillstand ist der Ausdruck des “Schattens“ unseres Geistes, den wir im Allgemeinen als das Ego bezeichnen; Dieser träge und unbewusste Stillstand basiert auf einer tiefen Angst vor allem Neuen, ebenso wie auf den Anhaftungen an Bequemlichkeit, Kontinuität und Sicherheit.

Als Konsequenz verstehen wir nun, warum das Opfer eine schreckliche Bedrohung für das Ego darstellt, da das Opfer die Basis unseres Ego-Stillstands auflöst, und in dieser Hinsicht einen neuen Zustand ermöglicht, eine neue Entwicklungsstufe, die in unserem Leben auftaucht und dadurch im Universum. Wenn wir uns umschauen, sehen wir Menschen, die sich sehr anstrengen, um etwas zu erreichen und manchmal leiden sie sogar, während sie all diese Anstrengungen machen. Anschließend sagen sie:“ Ich habe soviel geopfert, um hierher zu kommen“, oder „ ich habe so viele Opfer gebracht um diese Möglichkeiten zu schaffen“.

Später ist es interessant zu beobachten, dass manchmal aus dem Opfer, das dieser Mensch erwähnt hat, nichts Gutes, Harmonisches oder Wohltuendes in seinem Leben hervorgegangen ist. Anstatt der guten Aspekte scheinen Anhaftungen, Leiden, Verwirrung, Konflikte, Spannungen oder Krankheit aus dem dargebrachten Opfer zu resultieren. Diese typische Situation zeigt, dass nicht alles, was wir aus unserer Egoperspektive als Opfer erachten, ein wahres Opfer ist und dann natürlich, wenn wir so ein Ergebnis sehen, vorsichtiger werden mit der Aussage „ich habe soviel geopfert um hierher zu kommen“.

Betrachten wir nun was in Wirklichkeit ein Opfer ist und wie wir dessen gewaltige Macht richtig einsetzen können. Aus den vorher erwähnten Lebenssituationen sehen wir, dass es wirkliche Opfer gibt, die immer eine unmittelbare echte Transformation, spirituelles Verstehen und Entwicklung nach sich ziehen; und es gibt auch die so genannten „falschen Opfer“, die Anhaftung, Leiden, Verwirrung, Krankheit und Spannungen mit sich bringen.

Es ist treffend hier den volkstümlichen Satz zu erwähnen: „Auf einen Tritt in den Hintern folgt ein Schritt vorwärts, den wir machen“.

Wenn wir das Problem aus diesem Blickwinkel betrachten, können wir sagen, dass es wirkungsvolle Opfer gibt, die sofortige spirituelle Ergebnisse bringen und solche, die ich „langsame Opfer“ nenne, die uns auf eine lange Reise schicken, bis wir, zermürbt durch die Tritte des Lebens, eventuell spirituelle Ergebnisse erreichen. Beide Ansichten, die erste bezüglich wirklicher und falscher Opfer und die zweite bezüglich schneller und langsamer Opfer, sind richtig, da wir uns für die Unterschiede interessieren, die zwischen den beiden Aspekten hinsichtlich ihrer praktischen Bedeutung für unser tägliches Leben bestehen.

In Bezug auf das tief geheimnisvolle und oft missverstandene exemplarische Opfer von Jesus Christus und indem wir diesem Vergleich (durch andere Beispiele) folgen, sind wir in der Lage, die Wirklichkeit des Opfers und die Missverständnisse zu verstehen, die heutzutage das Thema „Opfer“ radikal beeinflussen.

Wenn wir in einer imaginären Zeitreise 2000 Jahre zurückgingen, würden wir sehen, dass Jesus wusste, was ihm bevorstand und dass er sogar wusste, wer ihn verraten würde „mit einem Kuss auf die Wange“, wie uns die Heilige Schrift berichtet.

Darüber hinaus kündigte Er diese Information bei der Zusammenkunft mit seinen Jüngern an. Ungeachtet dieses Wissens fuhr Er ohne Angst fort, sich seiner offensichtlich „tragischen“ Bestimmung zu stellen, und dennoch den göttlichen Prinzipien zu befolgen, die Er lehrte.

Wenn wir normalerweise an diesen Augenblick denken, denken wir eher an die Tragödie als an Seinen ruhmreichen Sieg, den er durch das Befolgen Seiner Prinzipien errang, der Prinzipien, die Er bis zum Ende lehrte. Erinnert euch, dass in diesen Tagen Jesus nicht dem Heiligen Buch folgte, da er es dort und damals „schrieb“. Und ebenso brachte Er das Opfer nicht deshalb dar, weil Er keine andere Wahl gehabt hätte oder die Gefahr verkannte, in der Er sich befand. Jesus kannte die Gefahr. Er kannte auch die Konsequenzen, dennoch beschloss Er dem Prinzip der LIEBE zu folgen, die die menschlichen Wesen besser machen und eine bessere Welt gewährleisten sollte. Seine Haltung, dem Pfad zu folgen, war stark, nicht wegen der Lektion, die Er dem Menschen in Seiner Nähe erteilen wollte, denn sie waren diejenigen, die Ihn töteten oder Ihm beim Sterben zusahen (ohne einen Finger zu rühren). Seine Haltung war die der Stärke, Seinem Glauben zu folgen. Seine Haltung war, die Lehren zu befolgen und sich nicht auf das Versagen der anderen zu fokussieren, Seine Lehren zu verstehen.

Aus dieser Perspektive betrachtet sollten wir überlegen, in welchem Zustand sich jemand befindet, der, nach enthusiastischem Unterrichten der Menschen über wahren Glauben, über Liebe, darüber, Gott zu lieben und ihm zu vertrauen, von ihnen als Fremder betrachtet wird, für dessen Rettung sie keinen Finger rühren; umso mehr streiten sie ab Ihn zu kennen – als Petrus ihn in der Nacht seiner Festnahme dreimal verleugnete – oder sie erwählen jemanden anderen, der von diesem schrecklichen Tod verschont werden soll. In solch einer Situation muss jemand eine außergewöhnliche Entschlossenheit haben, weiter zu gehen, da keine Wissenschaft beweisen konnte, dass exakt dieses Opfer eine Bedeutung für die Menschheit hätte oder dass es sicher funktionieren würde und am Ende die Menschen die Botschaft hörten. Das Opfer wurde „blind“ zu Ende gebracht, ohne vorherige Sicherheit, ob es ein Erfolg oder Misserfolg sein werde.

Die Tatsache, dass das Opfer nicht umsonst stattgefunden hatte, dass es tatsächlich ein Erfolg war, verstand man erst später, nach hunderten von Jahren, jedoch hätte Jesus schon vor dem Opfer aufgeben können, als er sah, wie ihn seine eigenen Jünger betrogen und verleugnet haben. Stattdessen fokussierte sich Jesus auf das Ziel und nicht auf das Opfer. Deshalb führte er das Opfer bis zum Ende durch und bewies so, dass Er die Menschheit wirklich retten und eine bessere Welt schaffen wollte, und daraus resultierend vermochten ihn auch die schrecklichen Ereignisse in dem Augenblick, als sie geschahen, nicht aufhalten.

Jesus lehrte die Menschen in seinem Umfeld jahrelang, viele dieser Menschen waren nun in Jerusalem (am Palmsonntag), viele dieser Menschen haben jahrelang den Treffen mit Jesus beigewohnt und sie standen diesem tragischen Ereignis untätig gegenüber, ohne den Versuch zu unternehmen, Ihn zu retten und darüber hinaus entschlossen sich einige von ihnen sogar, ihn zu foltern und zu töten (indem sie für Barabbas’ Freilassung stimmten).

Als der römische Stadthalter das jüdische Volk fragte, ob sie Jesus oder den örtlichen Anführer Barrabas begnadigen wollten, betrogen Ihn dieselben Menschen, die gekommen waren, um aufmerksam seine Belehrungen zu hören, und verurteilten Ihn zum Tode. Einige behaupten natürlich, dass die Priester im Tempel den Platz mit Ihren Anhängern gefüllt hatten, die die Leute dazu anstachelten, sich für Barabbas zu entscheiden, aber auch das macht diejenigen, die vorher den Worten Jesu gelauscht hatten, nicht weniger verantwortlich für ihre Entscheidung!

Für viele ist das ein entscheidender Augenblick, da er das Opfer in den Mittelpunkt rückt, er fokussiert sich auf die Tragödie, die sich entfaltet, aber wenn wir versuchen in „Jesus’ Schuhe“ zu schlüpfen, werden wir feststellen, dass Er in diesem Moment mit einer außergewöhnlichen Entscheidung konfrontiert war.

In diesem Augenblick schienen seine früheren Belehrungen nicht erfolgreich zu sein; Er hat gelehrt von Liebe, davon, dem Herzen zu folgen, über den Glauben an Gott. Er lehrte die Menschen sich zu lieben und nun, in diesem außergewöhnlichen Moment, indem er ihrer Hilfe bedurft hätte, als Er, der Lehrer, zu Unrecht der Gotteslästerung angeklagt wurde, gaben ihn diejenigen, die ihm jahrelang gefolgt waren, auf, sie folgten Seinen Lehren nicht länger und Er konnte dies sehen.

Aber dieses Opfer, das einen unsicheren Erfolg hatte, stellte einen Teil Seiner Entscheidungen dar und an diesem Punkt konnte Er auch anders wählen. Er hätte sich entschließen können, Seine Sünden zu „gestehen“ und den Priestern die Befriedigung zu geben, dass er Seine Verfehlungen anerkannte und Er hätte Sein Gefängnis als freier Mann verlassen können, zumindest für den Moment. Er hätte sich entschließen können fortzugehen und Jerusalem nicht einmal mehr am Palmsonntag zu betreten (denn Er wusste, dass die Menschen vergessen würden, was er gesagt hatte und letztendlich die äußerlichen gesellschaftlichen Konventionen annähmen und sich für den politischen Anführer anstelle Gottes entschieden). In dem Wissen, dass Judas derjenige sein würde, der plante, Jesus auf seine Art zu „helfen“, hätte Er zumindest beschließen können, Judas wegzubringen, denn so hätte es keinen Verrat gegeben.

All diese Wahlmöglichkeiten bestanden zu diesem Zeitpunkt, Möglichkeiten, die keine bessere Welt und keine besseren Menschen schaffen würden. Aber diese Wahlmöglichkeiten kämen nicht aus dem Grundsatz der „Liebe“ und der „Toleranz“ und der gegenseitigen Unterstützung, die Jesus gepredigt hat und deshalb zog Er keine dieser Möglichkeiten in Betracht.

Es gab noch eine andere Wahl – die Wahl, dem Pfad der Liebe zu folgen. Dies war nicht die Wahl des Opfers, es war die Wahl, weiterhin mit den Göttlichen Prinzipien fortzufahren, ungeachtet dessen, was passieren wird.

In dieser Situation wählt Jesus nicht das Opfer, Er entscheidet sich, den Göttlichen Prinzipien zu folgen, und einzig diese Entscheidung bringt Ihn in die Situation, den „Preis“ in Form eines angemessenen Opfers zu bezahlen. Eine bessere Welt zu hinterlassen und der Entwicklung der gesamten Menschheit bessere Chancen einzuräumen war Jesus’ Anliegen und indem er dies bis zum Ende verfolgte, kreuzten sich an einem bestimmten Punkt seine Wege mit der Gesellschaft, mit den Egos der Menschen und er hatte den ultimativen „Preis“ zu „bezahlen“ um Seinen „Traum“ wahr werden zu lassen – eine bessere Welt zu schaffen, indem er eine bessere Chance für die Erlösung ermöglicht.

Wir hören Leute oft behaupten, sie wären bereit, sie sagen sie würden „alles tun, wenn ein bestimmtes Ideal in ihren Leben in Erfüllung gehen würde“. Wenn ihnen das Leben jedoch ein bestimmtes Opfer für dieses Ideal abverlangt, beginnen sie, noch einmal darüber nachzudenken, den Erfolg zu bezweifeln und daraus resultierend finden sie vernünftige Gründe, das Ideal zu verraten vor dem drohenden angemessenen Opfer. Diese Menschen behaupten, dass sie nun „realistischer“ sind, dass sie reifere Gedanken haben. Diese verratenen Ideale jedoch stellen (für die Mehrheit der Menschen) heutzutage das Versagen der sogenannten „Reife“ dar, sogar für diejenigen, die sich Christen nennen, die über die Kraft des Opfers von der besten Vorlage, die wir in dieser Welt haben, lernen sollten, nämlich Jesus Christus.

Die Ideale, die wir entwickeln, wenn wir aufwachsen, die Ideale, die wir haben, wenn wir jung und voller Energie sind, die Möglichkeiten und Potentiale werden mit schrecklichen und beängstigenden Momenten (für das Ego) konfrontiert, wenn wir Entscheidungen treffen müssen und dann müssen wir dem Ideal folgen, indem wir durch das notwendige Opfer den Preis zahlen.

Aus diesem Grund macht die überwiegende Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten Kompromisse, um das benötigte Opfer möglichst klein zu halten, anstatt die wunderbaren Ideale zu offenbaren, denen sie folgen wollten. Wenn wir überdies das Beispiel von Jesus betrachten, sehen wir, dass er sich entschlossen hatte, den Göttlichen Prinzipien trotz aller Risiken zu folgen – Er ging zu einer schwierigen Zeit nach Jerusalem, umgeben von einer Gruppe Jünger, die ihn im schwierigsten Moment verlassen werden – und Er geht den Weg unbeirrbar bis zum Ende, indem Er den ultimativen Preis bezahlt, ohne zu wissen, ob seine Geste irgendjemanden eine Lehre sein wird oder ob er zu den tausenden Propheten gehören wird, die vor Ihm gestorben sind, getötet durch den zornigen Mob oder durch die verängstigten Machthaber, während sie nahezu anonym geblieben sind.

Ich wünsche euch allen ein fröhliches Osterfest, voller Entscheidungen

Dieser Artikel ist im englischen Original von Mihai Stoian verfasst.