Lebensmittel und Heilpflanzen, die den Genuss des Glückszustandes begünstigen – Teil 2

Alle Wesen suchen den Glückszustand. Nach Meinung mancher Forscher liegt das Geheimnis des Glücks in der geheimnisvollen Transformation, die in der Natur erfolgt, genauer gesagt in den physiologischen Umwandlungen, die im menschlichen Körper unter dem Einfluss verschiedenster Stoffe erfolgen, die in Heilpflanzen und Lebensmitteln enthalten sind, die man zu sich nimmt. Zieht man in Betracht, dass man größtenteils das ist, was man isst, so seien folgende Lebensmittel und Heilpflanzen empfohlen, die einem helfen, auf natürliche Weise gute Laune, Ruhe, psychisch-mentales Gleichgewicht und schließlich den Glückszustand selbst zu erreichen, den man somit – könnte man sagen – hier und jetzt „kosten“ kann.

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WALNÜSSE

Die Walnüsse werden zu Recht mit der Verbesserung der zerebralen Tätigkeit assoziiert. Es ist kein Zufall, dass die Form der geschälten Walnüsse einem Gehirn in Miniatur gleichen. Ihre Wirksamkeit besteht darin, dass sie eine ausgezeichnete Quelle für Omega-3-Fettsäuren sind, die zum guten Funktionieren des Gehirns und seiner Neurotransmitter beitragen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren erscheinen meistens Gewalt- und Wutausbrüche. Bei alten Menschen hingegen äußert sich dieser Mangel durch Unfälle der zerebralen Blutgefäße, Gedächtnisstörungen sowie senile Demenz. Kinder, deren Mütter ausreichend viel Omega-3-Fettsäuren zu sich genommen haben, werden einen höheren Intelligenzkoeffizienten aufweisen.

HASELNÜSSE

Die Haselnüsse stammen aus Asien. Sie gehören zu den ältesten Pflanzenkulturen, die in den alten, orientalischen Schriften als gesegnete Speise erwähnt werden. Die Haselnüsse enthalten eine große Menge an Folsäure (Vitamin B9), die dazu führt, dass ihr Verzehr Zustände der Depressionen und Melancholie erheblich reduziert. Es ist bekannt, dass die Mangelerscheinung an Vitamin B9 den Prozess der Serotoninerzeugung erheblich einschränkt. Störungen in der Erzeugung des Serotonins stehen in Verbindung mit Irritation, Aggressivität, Verminderung der Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisschwund. Aus diesem Grunde ist der Verzehr von Haselnüssen von großem Nutzen. Haselnüsse können gemahlen oder im Ofen geröstet werden. Sie weisen auch einen reichhaltigen Kalziumgehalt auf (140 mg bei 100 g Nüssen). Dies führt dazu, dass der Verzehr von Haselnüssen die depressiven Zustände reduziert und sich sehr schnell ein Zustand der Ruhe und Selbstbeherrschung einstellt.

SÜSSE MANDELN

Die Mandeln sind die Früchte des Mandelbaumes (Prunus Amygdalus), ein Baum der Rosengewächse (Pflanzenfamilie Rosaceae). Die essbaren Mandeln (die süßen Mandeln) weisen einen erheblichen Energiegehalt auf. Sie enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, pflanzliche Proteine und Zuckerstoffe. Die süßen Mandeln können sowohl frisch als auch getrocknet verzehrt werden. Mandelkerne können roh gegessen oder bei der Erzeugung von Süßigkeiten verwendet werden. Die Mandeln stellen eine der wertvollsten, natürlichen pflanzlichen Quellen an Kalzium dar (252 mg bei 100 g Mandeln). Das Kalzium unterstützt die Weiterleitung des neuronalen Impulses, greift bei den Prozessen der Acetylcholin-, Noradrenalin- und Serotoninfreisetzung mit ein und trägt auf diese Weise zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts des Nervensystems bei. Genau aus diesem Grund sind die Mandeln sehr wertvoll, wenn es um das psychische und mentale Wohlbefinden, sowie um den Zustand der inneren Ruhe geht, der sich sogleich nach dem Verzehr der Mandeln einstellt. Hinzu kommt, dass die Mandeln auch zur Verbesserung der natürlichen Gedächtnisfähigkeit beitragen.

SESAMSAMEN

Die Sesamsamen stammen aus Indien, von wo aus sie sich in die ganze Welt verbreitet haben. Sie stellen eine der besten Quellen an Threonin dar, eine Aminosäure. Es ist ein Element dessen Mangel im Organismus zu Depressionen führt. Die Sesamsamen können leicht angeröstet, dann fein gemahlen und mit etwas Salz vermischt werden. Das Pulver kann dann in Rohkost-Salate eingestreut werden. Sesamsamen können auch als Tahin verzehrt werden – die wohlbekannte, sehr schmackhafte und nahrhafte Paste aus Sesamsamen. Um sie leicht verdaulich zu machen, sollte sie durch Hinzufügen von Zitronensaft, Salz, Wasser zubereitet werden, bis eine dünnflüssige Paste entsteht, die der Konsistenz eines Fruchtsaftes ähnelt.

SÜSSHOLZ

Süßholz ist eine der Heilpflanzen, die in den meisten traditionellen Rezepten sowohl in der jahrtausendealten ayurvedischen Medizin als auch in der chinesischen Medizin verwendet wird. Unter den vielzähligen Bestandteilen des Süßholzes befindet sich die Glycyrrhetinsäure, die das Sinken des Kortisolniveaus hemmt, wobei somit dem Organismus geholfen wird, Stresssituationen erfolgreich zu überstehen. Genau aus diesem Grund kann die Wurzel des Süßholzes dazu verwendet werden, Spannungszustände und psychische Müdigkeit zu beseitigen. Hinzu kommt, dass Süßholz auch Isoflavon enthält, ein Molekül, das für die Beseitigung depressiver Zustände verwendet wird. In Pulverform eingenommen, wirkt Süßholz bei Depressionszuständen und Ängstlichkeit lindernd. Sein spezifischer Geschmack erzeugt einen Zustand der Ruhe und des Friedens. Es sollte allerdings nicht in zu großen Mengen verwendet werden, höchstens 1 Gramm des Pulvers pro Einnahme, weil anderenfalls bei manchen Menschen der Brechreiz ausgelöst werden kann.

GINSENG

Die Ginsengwurzel stammt aus China und Nordamerika. Die Eingeborenen von Amerika kannten die Heilwirkungen des Ginseng, wobei sie auf ihren Reisen die Ginsengwurzel kauten, um gegen Ermüdungszustände gewappnet zu sein. Es gibt Studien, die gezeigt haben, dass dieses seit alten Zeiten bekannte und geschätzte Wundermittel die Reaktion des Körpers auf Stress verbessert und die Ängstlichkeit verringert. Ginseng regt die psychische Energie an, schafft gute Laune und vergrößert die innere Energie. Es heißt, dass die chinesischen Weisen aus früheren Zeiten täglich eine Schale eines aus Ginseng hergestellten Elixiers tranken.

PETERSILIE

Petersilie ist eine exzellente Quelle des L-Glutamins, eine Aminosäure, welche die Konzentrationskraft verstärkt. Sie verhindert desgleichen Angst- und Stresszustände, wobei es das Energieniveau des Gehirns anhebt und die Wachsamkeit verstärkt. Zugleich ist die Petersilie eine wichtige Quelle des Tryptophans, das den Appetit regelt. Gerade deshalb kann eine kleine Menge an Petersilie in unserer tagtäglichen Ernährung von großem Nutzen sein, um den allgemeinen Gleichgewichtszustand zu bewahren. Wenn man jedoch insbesondere eine schnelle Verbesserung seines Energieniveaus und seiner Aufmerksamkeit erreichen möchte, sollte man nicht zögern, sich einen reichhaltigen Salat kleingehackter Petersilie vorzubereiten, dem wir noch Tomaten, Zitronen und kalt gepresstes Olivenöl zugeben.

MAIS

Archäologische Forschungen haben gezeigten, dass der Mais auf dem amerikanischen Kontinent schon vor 5000 Jahren angebaut wurde. Sowohl durch seine goldene Farbe als auch durch seinen Inhalt kann uns dieser goldene Kolben die Sonne ins Haus bringen! Eine Portion Mais sichert ein Viertel der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin B1. Nach in einer kürzlich durchgeführten Studie konnten nach nur zwei Monaten der Zugabe von Vitamin B1 durch natürliche Lebensmittel die Wachsamkeit, die Energie und die gute Laune verbessert werden, auch ohne dass ein Mangel in dieser Hinsicht bestand! Vitamin B1 (Thiamin) ist für das normale Funktionieren des Nervensystems absolut notwendig. Viele gestresste oder nervöse Personen leiden in Wirklichkeit an einem Mangel dieses Vitamins. Das Gehirn verbraucht viel Glukose. Um die Glukose zu verstoffwechseln, mobilisiert der Organismus die Reserven an Thiamin. Zusätzlich ist das Vitamin B1 auch bei der Synthese der Neurotransmitter (z.B. Acetylcholin) mit einbezogen. Gerade deshalb ist der Mais ein besonders wertvolles Nahrungsmittel. Er kann entweder gekocht oder als Maisbrei (Polenta) gegessen werden, den man durch angemessenes Kochen des Maisgrieß erhält. In dieser Hinsicht unterstreicht die Jahrtausendealte Ayurveda Tradition, dass dieser Zubereitungsform (Maisbrei) eine große Vielzahl an gemahlenen Heil- und Aromakräutern hinzugegeben werden kann, abhängig von den Bedürfnissen eines jeden, wobei man dann zugleich auch die Wirkungen dieser genießt.

VOLLKORNWEIZEN

Trimethylglycin, dass der Weizen enthält, trägt zur Erzeugung mehrerer chemischer Zusammensetzungen bei, die im Gehirn enthalten sind und den psychischen und mentalen Zustand, die psychische Energie, den Zustand des Wohlbefindens, Wachsamkeit, Konzentration und den visuellen Scharfsinn verbessern. Die Hauptquellen an Trimethylglycin sind die Weizenkeime und die Weizenkleie. Verwendet gerade deshalb das Weißbrot nicht mehr in der Ernährung und wählt eher das Vollkornbrot, in dem die Weizenkeime noch vollständig enthalten sind, um die Vorzüge des Weizenvollkorns zu nutzen.

BOHNEN

Die Bohnen sind eines der ältesten Nahrungsmittel. Zeichen ihres Vorhandenseins gehen bis zu 20.000 Jahre zurück. Die weißen Bohnen sind eine ausgezeichnete Quelle an Folsäure (Vitamin B9), deren Vorhandensein im Organismus die Herstellung von Noradrenalin wohltuend beeinflusst, der ein Neurotransmitter und verantwortlich für den Motivationssinn und Freudewahrnehmung ist. Wenn man sich folglich erschöpft oder apathisch fühlt, zögert nicht, eine Portion weiße Bohnen zu essen, die ihr mit Olivenöl und eventuell Senf oder anderen aromatischen Gewürzen (wie z.B. Koriander und Kümmel) zubreitet. Ein gut zubereitetes Gericht mit weißen Bohnen, das man angemessen zu sich nimmt, ist fast immer eine einfache und natürliche Art den Zustand der Ruhe und psychischen Ausgeglichenheit wiederzuerlangen. Die weißen Bohnen sollten in der wöchentlichen Ernährung nicht fehlen.

LINSEN

Die Linsen enthalten mehr Proteine als alle anderen Gemüse, mit Ausnahme von Soja und der Ackerbohne (vicia faba). Linsen enthalten ebenfalls Eisen (1 mg auf 100 g). Gemäß aktueller Studien ist der Zustand der Deprimiertheit ein Anzeichen eines chronischen Mangels an Eisen wie auch der Zustand der Schwäche, der Müdigkeit und Erschöpfung. Eine Portion Linsen sichert einem einen großen Teil der empfohlenen Dosis an Eisen. Das Eisen ist notwendig für die Assimilierung der Vitamine des B Komplex, die aus den Nahrungsmitteln stammen. Das Eisen steigert die Widerstandsfähigkeit bei Müdigkeit und spielt eine wichtige Rolle in der intellektuellen Entwicklung. Zögert folglich nicht, Linsen zu genießen. Vor allem unter der Form des traditionellen ayurvedischen Gerichts DHAL, das eine leckere indische Suppe ist, die hauptsächlich aus Linsen hergestellt wird. Man kann auch eine Handvoll eingeweichte Linsen einer Gemüsesuppe oder einem Rohkostsalat zugeben.

SOJAMILCH

Soja stammt aus China. Vor 3000 Jahren galten die Sojasamen als ein der wichtigsten Samen, die man in der Ernährung verwendet. Durch einen relativ einfachen Herstellungsprozess kann man aus den Sojasamen die wohlbekannt Sojamilch herstellen, die als eine der reichsten Proteinquellen gilt. Beim Konsumieren der Sojamilch wandeln sich die Proteine in Tyrosin um, was die Produktion an Dopamin und Noradrenalin steigert, über die bekannt ist, dass sie chemische Zusammensetzungen des Gehirn sind, die uns helfen uns voller Energie zu fühlen und so gut wie immer einen positiven Gemütszustand zu haben. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass man für eine bestimmte Zeit die Milch beim Frühstück mit der Sojamilch ersetzt.

TOFU

Tofu ist der allgemeine Name für den so genannten Sojakäse. Gemäß einer aktuellen Studie der britischen Forscher kann der Mangel an Tryptophan eine Ursache der Depression sein. Diese Aminosäure ist in großer Menge im Tofu, dem Sojakäse, enthalten, 747 mg auf 100 g, die Menge, die folglich ideal ist, um in Form zu bleiben. Wenn man seine schwammige Konsistenz nicht mag, kann man ihn einem Obstsalat zugeben und sich somit seiner Wohltaten erfreuen, auch wenn man dann nicht mehr vorwiegend seinen wohltuenden Geschmack und seine eigene Konsistenz genießt.

HUMUS

Humus ist die allgemeine Bezeichnung für eine Kategorie traditioneller Gerichte des Nahen Orients, die aus Kichererbsenpaste oder bzw. und Sesampaste hergestellt werden. Im Allgemeinen hat Humus die Konsistenz einer Bohnenpaste, ein traditionelles rumänisches Gericht. Humus ist reich an Proteinen und Fasern und sowohl im Falle der Herstellung aus Kichererbsen als auch aus Sesam sollte er in gemäßigten Mengen konsumiert werden, wobei man Gewürze und Zitronensaft beifügt. Das Konsumieren auch nur einer Portion von 100 g führt zur Kontrolle des Freisetzungsprozesses der Glukose im Blut, der in einem langsamen und regelmäßigen Rhythmus stattfindet. Dies ermöglicht das Vermeiden des Entstehens von zu großen Variationen des Zuckerspiegels, welche im Allgemeinen zu emotionalen Fluktuationen, depressiven Zuständen und schlechter Laune führen. Zögert somit nicht eurem täglichen Speiseplan Kichererbsen- und Sesampräparate, vom Typ Humus, auch nur als Vorspeise, zusammen mit Vollkornbrot oder Getreideerzeugnissen hinzuzufügen.

TEMPEH

Tempeh ist ein traditionelles Lebensmittel aus Indonesien, das als Grundlage fermentiertes Soja hat. Man kann es in gekühlter oder gefrorener Form beschaffen, dessen Aussehen kastenförmig ist. Tempeh ist ein Lebensmittel, das reich an Fasern ist und stellt gleichzeitig eine bedeutende Quelle an Proteinen, Mineralien, Kalzium, Eisen und Vitamin B2 dar. Nach Meinung mancher Forscher rührt die Aggressivität von dem Mangel an Vitamin B2 her. Vitamin B2 trägt zur Energieerzeugung bei. Dieses Vitamin ist ebenfalls bei der Produktion von Buttersäure notwendig, das sich positiv auf das Allgemeinbefinden auswirkt. Tempeh ist ein sehr gute Vitamin B2 Quelle und genau deshalb kann es als Hauptproteinquelle verwendet werden, als ausgezeichneter Ersatz für Fleisch, für jene, die zu einer lakto-ovo-vegetarischen Diät übergehen wollen. Tempeh kann durch seine nahrhafte und beruhigende Wirkung zur Wiederherstellung des allgemeinen Wohlbefindens nützlich sein.

Ein Artikel von Ayurveda-Lehrer Andrei Gămulea

 

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