Mahashivaratri – die Nacht Shivas

MAHASHIVARATRI, die große spirituelle Nacht SHIVAS, wird in Indien traditionell PARAMASHIVA (dem HÖCHSTEN SHIVA) geweiht. Die Anhänger SHIVAS betrachten sie einstimmig als die heiligste Nacht des ganzen Jahres. MAHASHIVARATRI ist stets die Nacht vor Neumond im Februar-März (es handelt sich um den Mond-Monat PHALGUN gemäß dem indischen astrologischen Kalender).

Die fortgeschrittenen Yogi-s betrachten dieses außergewöhnliche Ereignis sowohl als eine wunderbare spirituelle Gelegenheit als auch als ein großes Fest. Aus diesem Grund fasten sie den ganzen Tag davor und meditieren intensiv mit den Mantra-s von SHIVA (Laya Yoga) die ganze Nacht hindurch. Eingeweihte meditieren einfach indem sie ununterbrochen und verklärt den Namen SHIVAS wiederholen oder voller Hingabe Preishymnen zu Ehren SHIVAS singen bzw. das berühmte Symbol des SHIVA LINGAM verehren und voller Liebe mit ganzem Herzen nach PARAMASHIVA streben, der in Wirklichkeit niemand anders ist als GOTT DER VATER. In dieser Hinsicht wird in den VEDA-S gesagt: „Der Herr, unser GOTT der Allmächtige und Allgegenwärtige ist ununterbrochen – in geheimnisvoller Verborgenheit – im Herzen aller bewussten Wesen anwesend, die sich Ihm voller Liebe zuwenden.„ Die Hindus sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, stets in der Nähe eines Tempels zu wohnen und haben gerade deshalb so viele Tempel gebaut. Dieses ist ihrer Einstellung nach GOTT gegenüber etwas Lobenswertes und bringt sowohl in diesem als auch in den nächsten Leben Seinen Segen. Im religiösen Leben der Inder stellt der Tempel den wichtigsten physischen Mittelpunkt dar. Denn hier „im Hause Gottes„ kann man sehr leicht seine Beziehung zu GOTT dem Vater pflegen.

Weil sie nicht lange Zeit von Gott entfernt sein möchten, gehen die Inder voller Glauben an Ihn mindestens einmal in der Woche zum Tempel und bemühen sich aus aller Kraft, an allen wichtigen spirituellen Festen teilzunehmen, dann wenn sich bestimmte SHAKTI-s (manifestierende weibliche Kräfte) Gottes umfassend und sehr stark zu verschiedenen Zeitpunkten des Jahres äußern. Die Anhänger SHIVAS führen täglich PUJA, die inbrünstige Verehrung SHIVAS, im Tempel durch. Aus diesem Grund besuchen in der heiligsten Nacht des Jahres, die gänzlich der Feier SHIVAS gewidmet ist (MAHASHIVARATRI), fast alle Anhänger SHIVAS seine Tempel. Sie kommen vor allem dann, voller Verehrung und Demut zum Tempel, da dieser wahrlich das Haus Gottes für jeden einzelnen darstellt.

In den VEDA-S wird gesagt: „Mögen unser Herrgott durch unsere Lobgesänge entzückt sein. Wie ein Weiser unter den Menschen möge der hingegebene Anhänger den göttlichen Wesen das ihnen gebührende Opfer bringen! Groß, überwältigend und voller verblüffender Geheimnisse ist, o Gott, Dein Name.„ AUM NAMAH SHIVAYA

Diese geheimnisvolle, aus spiritueller Sicht ganz besondere und heilige Nacht, MAHASHIVARATRI, wird bald kommen. Dies alles wissend, möge diese außergewöhnliche Nacht für jeden einzelnen von uns eines der wichtigsten spirituellen Ereignisse des Jahres sein. Lasst zumindest in dieser Nacht uns beständig daran erinnern, dass das wesentliche Ziel im Leben die Verwirklichung GOTTES im HIER und JETZT ist. Mögen wir voller Liebe und mit lodernden Herzen uns SHIVA nähern. Von einer riesigen spirituellen Bestrebung angetrieben, lasst uns den Gipfel des heiligen Berges KAILASH erklimmen (der sich ununterbrochen in unserem Inneren im Bereich des Scheitelkraftzentrums, Sahasrara, befindet), und mögen wir so tiefgründig und umfassend wie möglich die geheimnisvolle Anwesenheit SHIVAS in uns selbst als unser Unsterbliches Selbst (ATMAN) erleben, das ununterbrochen den gesamten Makrokosmos durchdringt.

Man sollte sich so gut wie möglich für dieses große spirituelle Fest vorbereiten, indem man sein SADHANA (spirituelle Yoga-Praxis) perfekt durchführt. An dem Tag sollte man sich stets daran erinnern, dass ein Leben, das in der Perfektion der ekstatischen Göttlichen Wahrheit gelebt wird, eine riesige Kraft hat. Jedes menschliche Wesen ist ein Mikrokosmos, der in Miniatur den Makrokosmos wiedergibt. Mögen wir im Voraus unser gesamtes Wesen tiefgründig reinigen, und mögen wir in dieser Nacht unser Herz eine reine Quelle der göttlichen Liebe werden lassen, wobei wir gleichzeitig danach streben in völliger Harmonie mit der großen spirituellen Familie zu leben, dessen Bestandteil wir innerhalb dieser Yogaschule sind. Lasst uns so oft wie möglich an SHIVA denken, um täglich so schnell wie möglich den Gipfel der Verwirklichung Gottes zu besteigen, der sich in unserem Wesen (Sahasrara) befindet.

Eine der heiligsten spirituellen Nächte des Jahres nähert sich, und falls wir angemessen vorbereitet sind, wird sie uns tiefgründig und endgültig dank der geheimnisvollen Gnade SHIVAS transformieren. Sind wir bereit, so werden wir durch die erhabenste und wunderbarste spirituelle Feier des Jahres unzählige spirituelle Geschenke empfangen. Jeder von uns hat diese herrliche Gelegenheit, die nichts anderes erwartet, als dass sie sich vollständig in uns manifestiert. Es liegt also in unserer Kraft HIER und JETZT diese WUNDERBARE Möglichkeit zu nutzen. Mögen wir folglich mit all unserem Wesen danach streben, dass diese Nacht jeden von uns an SHIVA, den Großen Göttlichen Erlöser, näher bringt. Ist im Grunde genommen die umfassende Entdeckung GOTTES nicht der Zweck unseres Herkommens auf diese Erde selbst? In dieser heiligen Nacht kann man seinen Verstand in einen Altar umwandeln, der Gott gewidmet ist. Auf diese Weise wird man feststellen, dass alle anderen Gedanken auf natürliche Weise unbedeutend werden.

In der SHIVARATRI-Nacht sollte man mental schweigsam sein. Dies wird einem helfen, LAYA YOGA mit einem MANTRA von SHIVA durchzuführen, was einen in einen tiefgründigen Resonanzzustand mit SHIVA versetzt. Man sollte auch nicht vergessen, dass die SHIVARATRI-Nacht in erster Linie erhabene, göttliche Freude bedeutet. Das authentische spirituelle Leben ist vor allem ein Leben voller Freude. Je mehr man um sich herum Freude und Seligkeit ausstrahlt, umso mehr zeigt man dadurch, dass man sich der unerschöpflichen Höchsten Quelle der Göttlichen Freude und Seligkeit nähert.

„SHIVARATRI„ bedeutet „die Nacht der Übergießung der Göttlichen Gnade„. In dieser Hinsicht erwähnt die indische Tradition, dass der Mensch vor allem bei dieser Gelegenheit SHIVA als Aspekt GOTTES die ganze Nacht voller Hingabe und Inbrunst lieben und verehren sollte. Vor allem in dieser Nacht bleiben die Yogis und Anhänger SHIVAS wach und rufen Ihn ununterbrochen und von ganzem Herzen an. Dann etwas anderes zu tun, um wach zu bleiben (z.B. etwas zu lesen oder sich zu unterhalten usw.), bringt keinen Nutzen. Stattdessen die Nacht zu verbringen, indem man SHIVA auf verschiedene Arten verehrt (einschließlich Liebe nur mit Kontinenz macht und die Früchte dieser Verschmelzung dann vollständig SHIVA widmet), wird einen Zeit seines Lebens heiligen und mit Göttlicher Gnade füllen.

Die spirituelle Lektion, die SHIVARATRI bietet, ist Folgende: Als Yogis sollte man stets reine, heilige Gedanken haben und pflegen, um fast immer voller göttlicher Zustände zu sein. Gerade deshalb sollte man vor allem in dieser heiligen Nacht darauf bedacht sein, eins mit Gott zu werden und somit umfassend einen Zustand der Vergöttlichung zu verwirklichen (dank der Offenbarung seines Höchsten Selbst, ATMAN). Ruft man dann die Allmächtige Gegenwärtigkeit Gottes kontinuierlich wach, so wird man sich seiner Göttlichen Natur bald (zum richtigen Zeitpunkt) bewusst. Egal wie viele Sachen die Menschen besitzen, sie leiden dennoch und dies vor allem, weil ihnen der tiefe innere Frieden fehlt, wie auch der Segen ihres Daseins, denn diese kann man nur von Gott dem Vater erhalten. Um in erster Linie diese beiden spirituellen Gaben zu erhalten, sollten die Menschen beten. Hat man den tiefen Frieden und die Segnung bekommen, so wird alles andere dank der Gnade Gottes von selbst kommen. Alle Menschen sollten fast immer voll der Sehnsucht nach Gott sein, denn alle anderen Wünsche haben so gut wie keinen Wert.

Der Sankritbegriff „SHIVARATRI„ hat mehrere Bedeutungen. „RATRI„ bezeichnet meist die Dunkelheit der Nacht. SHIVARATRI steht allerdings nicht in Verbindung mit der Dunkelheit, sondern mit dem speziellen Zustand der Heiligkeit dieser Nacht. Die Dunkelheit dieser Nacht ist von einer großen Göttlichen Gnade durchdrungen. Der Grund dafür liegt darin, dass an dem 14. Tag nach Vollmond (der betreffende Tag wird im indischen Kalender Chaturdhasi genannt) sich der Mond, der unter anderem den gewöhnlichen Verstand des Menschen beherrscht, in einer zutiefst wohltuenden Lage zur Sonne befindet. Deshalb ist vor allem dies ein äußerst günstiger Augenblick, um die geheimnisvolle und rettende Anwesenheit Gottes umfassend zu verspüren, der sich durch SHIVA in einem Seiner Aspekte äußert.

Die UPANISHADS erwähnen bestimmte grundlegende Eigenschaften des Göttlichen, wie die Wahrheit, die Güte und die Schönheit (SATYAM, SHIVAM, SUNDARAM). Platon ist ebenfalls der Meinung, dass die Wahrheit, Güte und Schönheit die grundlegenden Attribute Gottes sind. Die Güte (SHIVAM) stellt das essentielle Prinzip all dessen dar, was für die spirituelle Entwicklung gut oder günstig ist. Diese Güte wird sowohl mit der Ewigen Wahrheit (SATYAM) als auch mit der Absoluten Schönheit (SUNDARAM) assoziiert.

Dieses ist nach Ansicht der meisten Erleuchteten die wichtigste spirituelle Botschaft des SHIVARATRI-Zeitpunktes. Diese Botschaft wird meist von einer bedeutenden Forderung an ein wahrlich spirituelles Leben begleitet: Sich für alle Lebewesen, die man dann als Manifestationen Gottes betrachtet, nützlich zu machen (SEVA) – losgelöst und mit Urteilvermögen. Um dies zu verwirklichen, ist es zunächst notwendig die Kraft zu Lieben zu entwickeln. Und um die Fähigkeit rein, erhaben und bedingungslos zu Lieben umfassend zu entwickeln, ist es notwendig, so umfassend wie möglich seinen Aufopferungsgeist (den Zustand des Verzichts) zu entwickeln. Sich für die anderen voller Hingabe und Devotion nützlich zu machen, erhält nur dann einen zutiefst spirituellen Sinn, wenn man dies in einem Zustand der tiefen Liebe durchführt, die fähig ist, sich aufzuopfern und völlig zu verzichten. Dann wird die losgelöste Tat, den anderen nützlich zu sein, oder anders gesagt KARMA YOGA, auf eine ausschlaggebende Weise die spirituelle Entwicklung bestimmen. Dies wird einem gleichzeitig verhelfen, niemals zu vergessen, gütig zu sein.

Die Begriffe „SHIVA„ und „SHANKARA„ (ein anderer, sehr gebräuchlicher Name von SHIVA) bedeuten „der Gute„ (der Erlöser). Der Begriff SHANKARA setzt sich zusammen aus „SHAM„ was Bewusstsein voller Glückseligkeit (CIT-ANANDA) bedeutet und „KARA„, d.h. „der, der es erzeugt„. Somit bedeutet SHANKARA etymologisch „der, der das Göttliche Bewusstsein und die Göttliche Glückseligkeit in allen Wesen erweckt„. SHANKARA (SHIVA) verleiht somit allen, die Zuflucht in Ihm finden und Ihn mit ihrem gesamten Wesen verehren, das Bewusstsein der unendlichen Göttlichen Glückseligkeit. Das Geheimnis der gesamten Schöpfung wird symbolisch durch die traditionelle Beschreibung der Form von SHIVA offenbart. Somit symbolisiert der Halbmond auf dem Kopf SHIVAS das Bewusstsein der menschlichen Wesen, der Fluss Ganges, der nach der indischen Mythologie aus der transzendenten Höhe des Himmels auf den Kopf von SHIVA fließt, um sich danach durch sein Haar bis auf die Erde zu übergießen, symbolisiert die geheimnisvolle Kraft des universellen Lebens und die Schlangen, die SHIVA als Armbänder und als Zeichen seiner Göttlichen Kraft trägt, stellen die unzähligen beseelten Wesen dar. Er sitzt auf einem Berg Silber, und einer seiner liebsten Freunde ist Kubera, der Gott des Wohlstands. Und dennoch, obwohl SHIVA alles hat, trägt Er sein Bettelgefäß mit sich, um uns ununterbrochen daran zu erinnern, dass jede Form des Besitzes oder der Anhänglichkeit ein Hindernis auf dem Weg des spirituellen Fortschritts darstellt. SHIVA ist von allem vollständig losgelöst, und hierdurch ist Er die ewige Verkörperung der Höchsten Göttlichen Gnade geworden.

Die drei Augen von SHIVA stellen die drei Welten (LOKA-S) dar. Der Dreizack von SHIVA ist das Symbol der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (die drei Aspekte der Zeit), wie auch der Transzendierung der drei Qualitäten oder Tendenzen (GUNA-S): Sattva, Rajas und Tamas, welche die spezifische Widerspiegelung der Dreifaltigkeit der Manifestation darstellen: BRAHMA, VISHNU und RUDRA-SHIVA. Die drei Welten, die Triade der Zeit, wie auch die drei Eigenschaften (GUNA-S) stellen die Manifestation des Göttlichen Prinzips (ISHVARA) im Herzen aller Wesen dar. Wenn die Gnade Gottes tief in unser Herz eindringt, können wir uns blitzschnell zu Gott dem Vater (PARAMASHIVA) erheben.

Andererseits kann man sagen, dass man dann, wenn man – egal an welchem Kalendertag – wahrlich fähig ist den göttlichen Zustand der reinen Existenz (SAT), des reinen Bewusstseins (CIT) und der reinen Glückseligkeit (ANANDA) zu erleben, dass man dann wahrlich und umfassend, dank des Zustandes der Resonanz mit SHIVA, das heilige Fest SHIVARATRI erlebt. Solange die Frucht am Baum nicht reif ist, ist ihr Saft nicht süß. Wenn die Frucht völlig reif ist, fällt sie von selbst vom Baum ab. Die Verbindung zum Baum ist verschwunden. Auf die gleiche Weise erreicht das menschliche Wesen, das die vollständige spirituelle Reife erlangt, automatisch die Loslösung (VAIRAGYA). Der Mensch sollte ununterbrochen bemüht sein, diese erhabene Ebene seiner Reife durch die Durchführung der spirituellen Praktiken zu erlangen, die sein Bewusstsein allmählich und endgültig transformieren.

Vor allem in dieser Nacht (MAHASHIVARATRI) ist es sehr wichtig, seinen Verstand möglichst vollständig auf Gott zu richten. Auf diese Weise kann man sich vollständig von den Dingen und den niedrigen Wünschen loslösen, die der materiellen Welt eigen sind. Gibt man sich in dieser Nacht gänzlich den Gedanken hin, die auf Gott gerichtet sind, wird dadurch das eigene Bewusstsein tiefgründig und schnell transformiert, auch dann, wenn man bis dahin nicht fähig war, den höchsten Bewusstseinszustand zu erlangen. Lasst uns ständig die drei grundlegenden Eigenschaften Gottes in Gedanken beibehalten: Wahrheit, Weisheit und Ewigkeit (SATYAM, JNANAM, ANANTA BRAHMAN), und mögen wir zumindest JETZT alles tun, um das höchste Ziel des Menschen zu erreichen: die ekstatische Identifikation mit Gott dem Vater (PARAMASHIVA).

SHIVARATRI ist aus spiritueller Sicht ein besonders günstiger Zeitpunkt für alle. Es ist der 14. Tag des Mondzyklus, der Moment an dem der Mond fast gänzlich verborgen ist. Man sollte folglich nicht vergessen, dass der individuelle Verstand (MANAS) eng verbunden ist mit dem Mond. CHANDRA, der geheimnisvolle Engelsherrscher des Mondes ist gleichzeitig die Gottheit, die den Verstand (MANAS) beherrscht. Er verliert an jedem Tag nach Vollmond ein sechszehntel seiner Strahlung, so dass er in der SHIVARATRI-Nacht nur den sechzehnten Teil seiner Kraft äußert. Der Augenblick des Neumondes kann somit mit einem Zustand des Verstandes assoziiert werden, in dem die Fluktuationen und Launen des Verstandes stark reduziert sind, so dass sie leicht durch spirituelle Praxis aufgehoben oder kontrolliert werden können. In dieser Nacht (SHIVARATRI) bleibt einem nur ein kleiner, zu kontrollierender Teil übrig, was man durch die intensive Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die unvergängliche Herrlichkeit Gottes verwirklichen kann.

Als ein Beispiel sei im Folgenden die Art und Weise wiedergegeben, in der die MAHASHIVARATRI-Nacht im ASHRAM von SWAMI SHIVANANDA in Rishikesh (Indien) gefeiert wird:
1. Alle spirituellen Aspiranten fasten den ganzen Tag.
2. Eine große spirituelle Zeremonie, bei der alle Yogi-s aus dem ASHRAM teilnehmen, wird für allgemeinen Frieden und das Wohlergehen aller ausgeführt.
3. Den ganzen Tag über wird JAPA YOGA mit dem MANTRA Aum Namah Shivaya durchgeführt und über den Herrn (SHIVA) meditiert.
4. Nachts versammeln sich alle im Tempel und singen die ganze Nacht Aum Namah Shivaya.
5. Das SHIVA LINGAM, das geheimnisvolle Symbol SHIVAS, wird mit großer Hingabe alle 3 Stunden für jeweils 45 Minuten die ganze Nacht hindurch verehrt.
6. Den spirituellen Aspiranten, die aufrichtig und vorbereitet sind, wird durch den spirituellen Meister die Sannyas Diksha-Einweihung verliehen, d.h. sie erhalten hiermit den Sannyasin-Titel.

Nachfolgend seien zwei Beispiele der täglichen inneren Meditation dargeboten, die traditionell für die Verehrung von SHIVA durchgeführt wird:
1) „Ich verehre voller Liebe das erhabene Juwel meines Ewigen Göttlichen Selbst ATMAN. Ich verehre SHIVA, der im Lotus meines Herzens wohnt. Ich bade Ihn mit dem reinen Wasser meines geläuterten Verstandes, das dem unendlichen Fluss des Glaubens und der Hingabe entstammt. Ich verehre SHIVA jetzt mit der duftenden Blume des SAMADHI-Zustandes (der Göttlichen Ekstase). Ich verwirkliche voller Bestrebung all dies, um mich vollständig vom Egoismus, der Unwissenheit und dem Leid zu befreien.„

2) „Oh SHIVA! Du bist in Wirklichkeit stets in mir anwesend, in meinem unsterblichen Selbst (ATMAN). Mein von Liebe zu Dir überwältigter Verstand ist PARVATI, Deine verehrte SHAKTI (weibliche manifestierende Energie). Meine PRANA-Energien sind Deine Diener. Mein Körper ist Dein Haus. Meine Taten in dieser Welt, deren Früchte bedingungslos Dir gewidmet sind, dienen Deiner Verehrung. Mein Schlaf ist SAMADHI (die Göttliche Ekstase). Meine Bewegung erfolgt nur um Dich herum. Mein göttlich inspiriertes Sprechen ist ein an Dich gerichtetes Gebet. Hier und jetzt widme ich Dir voller Liebe und Demut, alles was ich bin und war.„

All dies wissend, sollten wir darauf bedacht sein, in der MAHASHIVARATRI-Nacht so glücklich wie möglich zu sein. Vor allem dann sollten wir danach streben, die göttliche Glückseligkeit in der freudetrunkenen Fülle des Herzens zu erleben und die Anwesenheit Gottes in allem wahrzunehmen und zu verspüren. In dieser Nacht sollten wir somit alle dem Leben innewohnenden Sorgen vergessen, wie auch vergangenes oder gegenwärtiges Leid. Das Fasten wird einem sehr viel helfen, die Ekstase des geheimnisvollen Einklangs mit SHIVA, dem Allgegenwärtigen, zu empfinden. In dieser Nacht sollten wir ununterbrochen an SHIVA und nur an SHIVA denken. In dieser Nacht wird SHIVA demjenigen, der verlangt, geben. Möge die Höchste Gnade SHIVAS in dieser Nacht unser Wesen für immer füllen.

Yoga-Lehrer Gregorian Bivolaru