Mahashivaratri – die Nacht Shivas

English Version

MAHASHIVARATRI, die große spirituelle Nacht SHIVAS, wird in Indien traditionell PARAMASHIVA (dem HÖCHSTEN SHIVA) geweiht. Die Anhänger SHIVAS betrachten sie einstimmig als die heiligste Nacht des ganzen Jahres. MAHASHIVARATRI ist stets die Nacht vor Neumond im Februar-März (es handelt sich um den Mond-Monat PHALGUN gemäß dem indischen astrologischen Kalender).

Die fortgeschrittenen Yogi-s betrachten dieses außergewöhnliche Ereignis sowohl als eine wunderbare spirituelle Gelegenheit als auch als ein großes Fest. Aus diesem Grund fasten sie den ganzen Tag davor und meditieren intensiv mit den Mantra-s von SHIVA (Laya Yoga) die ganze Nacht hindurch. Eingeweihte meditieren einfach indem sie ununterbrochen und verklärt den Namen SHIVAS wiederholen oder voller Hingabe Preishymnen zu Ehren SHIVAS singen bzw. das berühmte Symbol des SHIVA LINGAM verehren und voller Liebe mit ganzem Herzen nach PARAMASHIVA streben, der in Wirklichkeit niemand anders ist als GOTT DER VATER. In dieser Hinsicht wird in den VEDA-S gesagt: „Der Herr, unser GOTT der Allmächtige und Allgegenwärtige ist ununterbrochen – in geheimnisvoller Verborgenheit – im Herzen aller bewussten Wesen anwesend, die sich Ihm voller Liebe zuwenden.„ Die Hindus sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, stets in der Nähe eines Tempels zu wohnen und haben gerade deshalb so viele Tempel gebaut. Dieses ist ihrer Einstellung nach GOTT gegenüber etwas Lobenswertes und bringt sowohl in diesem als auch in den nächsten Leben Seinen Segen. Im religiösen Leben der Inder stellt der Tempel den wichtigsten physischen Mittelpunkt dar. Denn hier „im Hause Gottes„ kann man sehr leicht seine Beziehung zu GOTT dem Vater pflegen.

Weil sie nicht lange Zeit von Gott entfernt sein möchten, gehen die Inder voller Glauben an Ihn mindestens einmal in der Woche zum Tempel und bemühen sich aus aller Kraft, an allen wichtigen spirituellen Festen teilzunehmen, dann wenn sich bestimmte SHAKTI-s (manifestierende weibliche Kräfte) Gottes umfassend und sehr stark zu verschiedenen Zeitpunkten des Jahres äußern. Die Anhänger SHIVAS führen täglich PUJA, die inbrünstige Verehrung SHIVAS, im Tempel durch. Aus diesem Grund besuchen in der heiligsten Nacht des Jahres, die gänzlich der Feier SHIVAS gewidmet ist (MAHASHIVARATRI), fast alle Anhänger SHIVAS seine Tempel. Sie kommen vor allem dann, voller Verehrung und Demut zum Tempel, da dieser wahrlich das Haus Gottes für jeden einzelnen darstellt.

In den VEDA-S wird gesagt: „Mögen unser Herrgott durch unsere Lobgesänge entzückt sein. Wie ein Weiser unter den Menschen möge der hingegebene Anhänger den göttlichen Wesen das ihnen gebührende Opfer bringen! Groß, überwältigend und voller verblüffender Geheimnisse ist, o Gott, Dein Name.„ AUM NAMAH SHIVAYA

Diese geheimnisvolle, aus spiritueller Sicht ganz besondere und heilige Nacht, MAHASHIVARATRI, wird bald kommen. Dies alles wissend, möge diese außergewöhnliche Nacht für jeden einzelnen von uns eines der wichtigsten spirituellen Ereignisse des Jahres sein. Lasst zumindest in dieser Nacht uns beständig daran erinnern, dass das wesentliche Ziel im Leben die Verwirklichung GOTTES im HIER und JETZT ist. Mögen wir voller Liebe und mit lodernden Herzen uns SHIVA nähern. Von einer riesigen spirituellen Bestrebung angetrieben, lasst uns den Gipfel des heiligen Berges KAILASH erklimmen (der sich ununterbrochen in unserem Inneren im Bereich des Scheitelkraftzentrums, Sahasrara, befindet), und mögen wir so tiefgründig und umfassend wie möglich die geheimnisvolle Anwesenheit SHIVAS in uns selbst als unser Unsterbliches Selbst (ATMAN) erleben, das ununterbrochen den gesamten Makrokosmos durchdringt.

Man sollte sich so gut wie möglich für dieses große spirituelle Fest vorbereiten, indem man sein SADHANA (spirituelle Yoga-Praxis) perfekt durchführt. An dem Tag sollte man sich stets daran erinnern, dass ein Leben, das in der Perfektion der ekstatischen Göttlichen Wahrheit gelebt wird, eine riesige Kraft hat. Jedes menschliche Wesen ist ein Mikrokosmos, der in Miniatur den Makrokosmos wiedergibt. Mögen wir im Voraus unser gesamtes Wesen tiefgründig reinigen, und mögen wir in dieser Nacht unser Herz eine reine Quelle der göttlichen Liebe werden lassen, wobei wir gleichzeitig danach streben in völliger Harmonie mit der großen spirituellen Familie zu leben, dessen Bestandteil wir innerhalb dieser Yogaschule sind. Lasst uns so oft wie möglich an SHIVA denken, um täglich so schnell wie möglich den Gipfel der Verwirklichung Gottes zu besteigen, der sich in unserem Wesen (Sahasrara) befindet.

Eine der heiligsten spirituellen Nächte des Jahres nähert sich, und falls wir angemessen vorbereitet sind, wird sie uns tiefgründig und endgültig dank der geheimnisvollen Gnade SHIVAS transformieren. Sind wir bereit, so werden wir durch die erhabenste und wunderbarste spirituelle Feier des Jahres unzählige spirituelle Geschenke empfangen. Jeder von uns hat diese herrliche Gelegenheit, die nichts anderes erwartet, als dass sie sich vollständig in uns manifestiert. Es liegt also in unserer Kraft HIER und JETZT diese WUNDERBARE Möglichkeit zu nutzen. Mögen wir folglich mit all unserem Wesen danach streben, dass diese Nacht jeden von uns an SHIVA, den Großen Göttlichen Erlöser, näher bringt. Ist im Grunde genommen die umfassende Entdeckung GOTTES nicht der Zweck unseres Herkommens auf diese Erde selbst? In dieser heiligen Nacht kann man seinen Verstand in einen Altar umwandeln, der Gott gewidmet ist. Auf diese Weise wird man feststellen, dass alle anderen Gedanken auf natürliche Weise unbedeutend werden.

In der SHIVARATRI-Nacht sollte man mental schweigsam sein. Dies wird einem helfen, LAYA YOGA mit einem MANTRA von SHIVA durchzuführen, was einen in einen tiefgründigen Resonanzzustand mit SHIVA versetzt. Man sollte auch nicht vergessen, dass die SHIVARATRI-Nacht in erster Linie erhabene, göttliche Freude bedeutet. Das authentische spirituelle Leben ist vor allem ein Leben voller Freude. Je mehr man um sich herum Freude und Seligkeit ausstrahlt, umso mehr zeigt man dadurch, dass man sich der unerschöpflichen Höchsten Quelle der Göttlichen Freude und Seligkeit nähert.

„SHIVARATRI„ bedeutet „die Nacht der Übergießung der Göttlichen Gnade„. In dieser Hinsicht erwähnt die indische Tradition, dass der Mensch vor allem bei dieser Gelegenheit SHIVA als Aspekt GOTTES die ganze Nacht voller Hingabe und Inbrunst lieben und verehren sollte. Vor allem in dieser Nacht bleiben die Yogis und Anhänger SHIVAS wach und rufen Ihn ununterbrochen und von ganzem Herzen an. Dann etwas anderes zu tun, um wach zu bleiben (z.B. etwas zu lesen oder sich zu unterhalten usw.), bringt keinen Nutzen. Stattdessen die Nacht zu verbringen, indem man SHIVA auf verschiedene Arten verehrt (einschließlich Liebe nur mit Kontinenz macht und die Früchte dieser Verschmelzung dann vollständig SHIVA widmet), wird einen Zeit seines Lebens heiligen und mit Göttlicher Gnade füllen.

Die spirituelle Lektion, die SHIVARATRI bietet, ist Folgende: Als Yogis sollte man stets reine, heilige Gedanken haben und pflegen, um fast immer voller göttlicher Zustände zu sein. Gerade deshalb sollte man vor allem in dieser heiligen Nacht darauf bedacht sein, eins mit Gott zu werden und somit umfassend einen Zustand der Vergöttlichung zu verwirklichen (dank der Offenbarung seines Höchsten Selbst, ATMAN). Ruft man dann die Allmächtige Gegenwärtigkeit Gottes kontinuierlich wach, so wird man sich seiner Göttlichen Natur bald (zum richtigen Zeitpunkt) bewusst. Egal wie viele Sachen die Menschen besitzen, sie leiden dennoch und dies vor allem, weil ihnen der tiefe innere Frieden fehlt, wie auch der Segen ihres Daseins, denn diese kann man nur von Gott dem Vater erhalten. Um in erster Linie diese beiden spirituellen Gaben zu erhalten, sollten die Menschen beten. Hat man den tiefen Frieden und die Segnung bekommen, so wird alles andere dank der Gnade Gottes von selbst kommen. Alle Menschen sollten fast immer voll der Sehnsucht nach Gott sein, denn alle anderen Wünsche haben so gut wie keinen Wert.

Der Sankritbegriff „SHIVARATRI„ hat mehrere Bedeutungen. „RATRI„ bezeichnet meist die Dunkelheit der Nacht. SHIVARATRI steht allerdings nicht in Verbindung mit der Dunkelheit, sondern mit dem speziellen Zustand der Heiligkeit dieser Nacht. Die Dunkelheit dieser Nacht ist von einer großen Göttlichen Gnade durchdrungen. Der Grund dafür liegt darin, dass an dem 14. Tag nach Vollmond (der betreffende Tag wird im indischen Kalender Chaturdhasi genannt) sich der Mond, der unter anderem den gewöhnlichen Verstand des Menschen beherrscht, in einer zutiefst wohltuenden Lage zur Sonne befindet. Deshalb ist vor allem dies ein äußerst günstiger Augenblick, um die geheimnisvolle und rettende Anwesenheit Gottes umfassend zu verspüren, der sich durch SHIVA in einem Seiner Aspekte äußert.

Die UPANISHADS erwähnen bestimmte grundlegende Eigenschaften des Göttlichen, wie die Wahrheit, die Güte und die Schönheit (SATYAM, SHIVAM, SUNDARAM). Platon ist ebenfalls der Meinung, dass die Wahrheit, Güte und Schönheit die grundlegenden Attribute Gottes sind. Die Güte (SHIVAM) stellt das essentielle Prinzip all dessen dar, was für die spirituelle Entwicklung gut oder günstig ist. Diese Güte wird sowohl mit der Ewigen Wahrheit (SATYAM) als auch mit der Absoluten Schönheit (SUNDARAM) assoziiert.

Dieses ist nach Ansicht der meisten Erleuchteten die wichtigste spirituelle Botschaft des SHIVARATRI-Zeitpunktes. Diese Botschaft wird meist von einer bedeutenden Forderung an ein wahrlich spirituelles Leben begleitet: Sich für alle Lebewesen, die man dann als Manifestationen Gottes betrachtet, nützlich zu machen (SEVA) – losgelöst und mit Urteilvermögen. Um dies zu verwirklichen, ist es zunächst notwendig die Kraft zu Lieben zu entwickeln. Und um die Fähigkeit rein, erhaben und bedingungslos zu Lieben umfassend zu entwickeln, ist es notwendig, so umfassend wie möglich seinen Aufopferungsgeist (den Zustand des Verzichts) zu entwickeln. Sich für die anderen voller Hingabe und Devotion nützlich zu machen, erhält nur dann einen zutiefst spirituellen Sinn, wenn man dies in einem Zustand der tiefen Liebe durchführt, die fähig ist, sich aufzuopfern und völlig zu verzichten. Dann wird die losgelöste Tat, den anderen nützlich zu sein, oder anders gesagt KARMA YOGA, auf eine ausschlaggebende Weise die spirituelle Entwicklung bestimmen. Dies wird einem gleichzeitig verhelfen, niemals zu vergessen, gütig zu sein.

Die Begriffe „SHIVA„ und „SHANKARA„ (ein anderer, sehr gebräuchlicher Name von SHIVA) bedeuten „der Gute„ (der Erlöser). Der Begriff SHANKARA setzt sich zusammen aus „SHAM„ was Bewusstsein voller Glückseligkeit (CIT-ANANDA) bedeutet und „KARA„, d.h. „der, der es erzeugt„. Somit bedeutet SHANKARA etymologisch „der, der das Göttliche Bewusstsein und die Göttliche Glückseligkeit in allen Wesen erweckt„. SHANKARA (SHIVA) verleiht somit allen, die Zuflucht in Ihm finden und Ihn mit ihrem gesamten Wesen verehren, das Bewusstsein der unendlichen Göttlichen Glückseligkeit. Das Geheimnis der gesamten Schöpfung wird symbolisch durch die traditionelle Beschreibung der Form von SHIVA offenbart. Somit symbolisiert der Halbmond auf dem Kopf SHIVAS das Bewusstsein der menschlichen Wesen, der Fluss Ganges, der nach der indischen Mythologie aus der transzendenten Höhe des Himmels auf den Kopf von SHIVA fließt, um sich danach durch sein Haar bis auf die Erde zu übergießen, symbolisiert die geheimnisvolle Kraft des universellen Lebens und die Schlangen, die SHIVA als Armbänder und als Zeichen seiner Göttlichen Kraft trägt, stellen die unzähligen beseelten Wesen dar. Er sitzt auf einem Berg Silber, und einer seiner liebsten Freunde ist Kubera, der Gott des Wohlstands. Und dennoch, obwohl SHIVA alles hat, trägt Er sein Bettelgefäß mit sich, um uns ununterbrochen daran zu erinnern, dass jede Form des Besitzes oder der Anhänglichkeit ein Hindernis auf dem Weg des spirituellen Fortschritts darstellt. SHIVA ist von allem vollständig losgelöst, und hierdurch ist Er die ewige Verkörperung der Höchsten Göttlichen Gnade geworden.

Die drei Augen von SHIVA stellen die drei Welten (LOKA-S) dar. Der Dreizack von SHIVA ist das Symbol der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (die drei Aspekte der Zeit), wie auch der Transzendierung der drei Qualitäten oder Tendenzen (GUNA-S): Sattva, Rajas und Tamas, welche die spezifische Widerspiegelung der Dreifaltigkeit der Manifestation darstellen: BRAHMA, VISHNU und RUDRA-SHIVA. Die drei Welten, die Triade der Zeit, wie auch die drei Eigenschaften (GUNA-S) stellen die Manifestation des Göttlichen Prinzips (ISHVARA) im Herzen aller Wesen dar. Wenn die Gnade Gottes tief in unser Herz eindringt, können wir uns blitzschnell zu Gott dem Vater (PARAMASHIVA) erheben.

Andererseits kann man sagen, dass man dann, wenn man – egal an welchem Kalendertag – wahrlich fähig ist den göttlichen Zustand der reinen Existenz (SAT), des reinen Bewusstseins (CIT) und der reinen Glückseligkeit (ANANDA) zu erleben, dass man dann wahrlich und umfassend, dank des Zustandes der Resonanz mit SHIVA, das heilige Fest SHIVARATRI erlebt. Solange die Frucht am Baum nicht reif ist, ist ihr Saft nicht süß. Wenn die Frucht völlig reif ist, fällt sie von selbst vom Baum ab. Die Verbindung zum Baum ist verschwunden. Auf die gleiche Weise erreicht das menschliche Wesen, das die vollständige spirituelle Reife erlangt, automatisch die Loslösung (VAIRAGYA). Der Mensch sollte ununterbrochen bemüht sein, diese erhabene Ebene seiner Reife durch die Durchführung der spirituellen Praktiken zu erlangen, die sein Bewusstsein allmählich und endgültig transformieren.

Vor allem in dieser Nacht (MAHASHIVARATRI) ist es sehr wichtig, seinen Verstand möglichst vollständig auf Gott zu richten. Auf diese Weise kann man sich vollständig von den Dingen und den niedrigen Wünschen loslösen, die der materiellen Welt eigen sind. Gibt man sich in dieser Nacht gänzlich den Gedanken hin, die auf Gott gerichtet sind, wird dadurch das eigene Bewusstsein tiefgründig und schnell transformiert, auch dann, wenn man bis dahin nicht fähig war, den höchsten Bewusstseinszustand zu erlangen. Lasst uns ständig die drei grundlegenden Eigenschaften Gottes in Gedanken beibehalten: Wahrheit, Weisheit und Ewigkeit (SATYAM, JNANAM, ANANTA BRAHMAN), und mögen wir zumindest JETZT alles tun, um das höchste Ziel des Menschen zu erreichen: die ekstatische Identifikation mit Gott dem Vater (PARAMASHIVA).

SHIVARATRI ist aus spiritueller Sicht ein besonders günstiger Zeitpunkt für alle. Es ist der 14. Tag des Mondzyklus, der Moment an dem der Mond fast gänzlich verborgen ist. Man sollte folglich nicht vergessen, dass der individuelle Verstand (MANAS) eng verbunden ist mit dem Mond. CHANDRA, der geheimnisvolle Engelsherrscher des Mondes ist gleichzeitig die Gottheit, die den Verstand (MANAS) beherrscht. Er verliert an jedem Tag nach Vollmond ein sechszehntel seiner Strahlung, so dass er in der SHIVARATRI-Nacht nur den sechzehnten Teil seiner Kraft äußert. Der Augenblick des Neumondes kann somit mit einem Zustand des Verstandes assoziiert werden, in dem die Fluktuationen und Launen des Verstandes stark reduziert sind, so dass sie leicht durch spirituelle Praxis aufgehoben oder kontrolliert werden können. In dieser Nacht (SHIVARATRI) bleibt einem nur ein kleiner, zu kontrollierender Teil übrig, was man durch die intensive Fokussierung der Aufmerksamkeit auf die unvergängliche Herrlichkeit Gottes verwirklichen kann.

Als ein Beispiel sei im Folgenden die Art und Weise wiedergegeben, in der die MAHASHIVARATRI-Nacht im ASHRAM von SWAMI SHIVANANDA in Rishikesh (Indien) gefeiert wird:
1. Alle spirituellen Aspiranten fasten den ganzen Tag.
2. Eine große spirituelle Zeremonie, bei der alle Yogi-s aus dem ASHRAM teilnehmen, wird für allgemeinen Frieden und das Wohlergehen aller ausgeführt.
3. Den ganzen Tag über wird JAPA YOGA mit dem MANTRA Aum Namah Shivaya durchgeführt und über den Herrn (SHIVA) meditiert.
4. Nachts versammeln sich alle im Tempel und singen die ganze Nacht Aum Namah Shivaya.
5. Das SHIVA LINGAM, das geheimnisvolle Symbol SHIVAS, wird mit großer Hingabe alle 3 Stunden für jeweils 45 Minuten die ganze Nacht hindurch verehrt.
6. Den spirituellen Aspiranten, die aufrichtig und vorbereitet sind, wird durch den spirituellen Meister die Sannyas Diksha-Einweihung verliehen, d.h. sie erhalten hiermit den Sannyasin-Titel.

Nachfolgend seien zwei Beispiele der täglichen inneren Meditation dargeboten, die traditionell für die Verehrung von SHIVA durchgeführt wird:
1) „Ich verehre voller Liebe das erhabene Juwel meines Ewigen Göttlichen Selbst ATMAN. Ich verehre SHIVA, der im Lotus meines Herzens wohnt. Ich bade Ihn mit dem reinen Wasser meines geläuterten Verstandes, das dem unendlichen Fluss des Glaubens und der Hingabe entstammt. Ich verehre SHIVA jetzt mit der duftenden Blume des SAMADHI-Zustandes (der Göttlichen Ekstase). Ich verwirkliche voller Bestrebung all dies, um mich vollständig vom Egoismus, der Unwissenheit und dem Leid zu befreien.„

2) „Oh SHIVA! Du bist in Wirklichkeit stets in mir anwesend, in meinem unsterblichen Selbst (ATMAN). Mein von Liebe zu Dir überwältigter Verstand ist PARVATI, Deine verehrte SHAKTI (weibliche manifestierende Energie). Meine PRANA-Energien sind Deine Diener. Mein Körper ist Dein Haus. Meine Taten in dieser Welt, deren Früchte bedingungslos Dir gewidmet sind, dienen Deiner Verehrung. Mein Schlaf ist SAMADHI (die Göttliche Ekstase). Meine Bewegung erfolgt nur um Dich herum. Mein göttlich inspiriertes Sprechen ist ein an Dich gerichtetes Gebet. Hier und jetzt widme ich Dir voller Liebe und Demut, alles was ich bin und war.„

All dies wissend, sollten wir darauf bedacht sein, in der MAHASHIVARATRI-Nacht so glücklich wie möglich zu sein. Vor allem dann sollten wir danach streben, die göttliche Glückseligkeit in der freudetrunkenen Fülle des Herzens zu erleben und die Anwesenheit Gottes in allem wahrzunehmen und zu verspüren. In dieser Nacht sollten wir somit alle dem Leben innewohnenden Sorgen vergessen, wie auch vergangenes oder gegenwärtiges Leid. Das Fasten wird einem sehr viel helfen, die Ekstase des geheimnisvollen Einklangs mit SHIVA, dem Allgegenwärtigen, zu empfinden. In dieser Nacht sollten wir ununterbrochen an SHIVA und nur an SHIVA denken. In dieser Nacht wird SHIVA demjenigen, der verlangt, geben. Möge die Höchste Gnade SHIVAS in dieser Nacht unser Wesen für immer füllen.

Yoga-Lehrer Gregorian Bivolaru

 

Mahashivaratri – the night of Shiva

In India, Mahashivaratri, the spiritual night of Shiva, is traditionally consecrated to Paramashiva (the Supreme Shiva). Shiva’s devotees unanimously consider it as being the most sacred night of the year. The night of Mahashivaratri is the night before the day of the New Moon in February – March (according to the Indian astrological system – the lunar month, PHALGUNA).

The yogis welcome this grandiose celebration as an exceptional spiritual opportunity. For this reason, they fast during the entire day and they stay awake for the entire night, meditating intensely using the MANTRAS of SHIVA (LAYA YOGA). The non-initiates meditate simply by repeating Shiva’s name continuously, with transfiguration, or by piously chanting songs of adoration to Shiva, or by adoring the famous symbol, the Shiva Lingam, aspiring with all their hearts towards PARAMASHIVA, THE HOLY FATHER.

The Vedic scriptures say the following on this subject: „Our Omnipotent and Omnipresent Lord is permanently present, hidden deep in the hearts of all human beings. In His grace, benevolence and love, He offers spiritual liberation to all conscious beings who – full of love – turn their face to Him“.

According to Hindu beliefs, it is very important to live near a temple; this is why they built so many holy places. They consider the construction of a temple a praiseworthy act before GOD, which brings blessings to the person in this life and also in the following ones. In the religious life of the Hindus, the temple is the main centre of the physical level. Here, in the “house of GOD”, we can easily take care of our relationship with the Holy Father, God.

As the Hindus are full of faith, they do not want to be far away from GOD for too long. They go to temple at least once a week. They do their best to participate in all important spiritual holidays during those special periods of the year when the different Shaktis of God (FEMININE FORCES OF MANIFESTATION) manifest themselves in their plenitude and with all their power. Every day the devotees of Shiva do PUJA (frenetic adoration of Shiva) in the temple. For this reason, almost all devotees of Shiva go to His temple on the most sacred day of the year – Mahashivaratri, the celebration dedicated entirely to Shiva. At this time of the year they go to the temple full of adoration and humbleness, as for each of them the temple represents The House of God. 

The Vedas say: „May our Holy Father be pleased by our songs of adoration. Like a wise man among ordinary people, may the aspirant bring, with full fervour, the well-deserved offering to the divine beings! Oh, Lord, Your name is great, overwhelming, and full of mystery.“ AUM NAMAH SHIVAYA

This profoundly mysterious and sacred night of Mahashivaratri is about to come. Let us all do our best to make this extraordinary night one of the most important spiritual events in our lives. Let us at least remember in every moment of this night that our essential goal in this life is the realization, HERE and NOW, of God the FATHER, and let us come closer Shiva, with our hearts burning with love. Let us climb, full of gigantic aspiration, the mountaintop of Kailasa, which is permanently present inside us, at the coronary centre (SAHASRARA). Let us experience the mysterious presence of Shiva within us as profoundly and as completely as possible, as our Immortal Self, ATMAN, continuously present in the entire MACROCOSM.

Let us be prepared for the coming of this great spiritual celebration by doing our SADHANA (yoga practice) perfectly. During this day, let us constantly keep in mind that a life lived in the spirit of the perfect and ecstatic Divine Truth has an enormous force. Each human being is a microcosm that reproduces the MACROCOSM. Let us purify our whole being, as profoundly as possible, and in this night let us make our hearts a pure stream of divine love, at the same time aspiring to live in complete harmony with the great spiritual family of this yoga school to which we belong. From now on, let us think of Shiva as often as possible, thus purifying our mind and heart with the help of GOD, in order to ascend to the peak of God realization from our being (SAHASRARA) as fast as possible.

One of the most sacred spiritual nights of the year is about to come, and if we are properly prepared it can transform us profoundly and forever, through Shiva’s mysterious grace. If we are prepared, then we will receive many spiritual gifts during the most uplifting spiritual celebration of the year. We all have that wonderful opportunity that only waits to be manifested in us in its full splendour. Therefore, it is in our power to choose this MIRACULOUS opportunity, HERE and NOW. So, let us strongly aspire that this night brings us as close as possible to Shiva, The Great Divine Saviour. In fact, did we not come to this planet to fully discover God? In this sacred night, we can transform our mind into an altar consecrated to God. In this way, we will see how all the other thoughts become naturally insignificant.

Let us keep mental silence during the sacred night of Shivaratri. This will help us to do Laya Yoga with a MANTRA of SHIVA that will put us in a profound resonance with Him. Let us also remember that first of all the night of Shivaratri means Sublime and Divine Joy. Authentic spiritual life is above all a life full of joy. The more joy and happiness we radiate to the people around us, the more we prove to be closer to the Supreme and Infinite Source of Beatitude.

„SHIVARATRI“ means „the night of the overflowing of Divine Mercy“. In this regard, Indian tradition mentions that man, especially on this occasion, should love and worship SHIVA as the aspect of GOD the whole night of devotion and fervor. Especially this night, the yogis and followers of SHIVA stay awake and call Him continuously and with all their hearts. Then doing something else to stay awake (say reading or talking, etc.) does not bring any benefit. Instead of spending the night worshiping SHIVA in various ways (including love only with continence and then dedicating the fruits of this blending to SHIVA completely), will sanctify a time of his life and fill it with Divine Grace.

The spiritual lesson that SHIVARATRI offers is as follows: As yogis, one should always have and nurture pure, holy thoughts in order to be almost always full of divine states. Precisely for this reason, especially in this holy night, one should be anxious to become one with God and thus comprehensively realize a state of deification (thanks to the revelation of his Supreme Self, ATMAN). If you then continuously awaken the Almighty Presence of God, you soon become aware of your Divine Nature (at the right time). No matter how many things people possess, they still suffer, and above all because they lack the deep inner peace, as well as the blessing of their existence, because these can only be obtained from God the Father. In order to receive these two spiritual gifts in the first place, people should pray. If one has the deep peace and the blessing, then everything else will come by itself thanks to the grace of God. All people should almost always be full of longing for God, because all other wishes have virtually no value.

The Sankrit term „SHIVARATRI“ has several meanings. „RATRI“ usually refers to the darkness of the night. However, SHIVARATRI is not related to the darkness, but to the special state of holiness of this night. The darkness of this night is permeated by a great Divine Grace. The reason for this is that on the 14th day after the full moon (the day in question is called in the Indian calendar Chaturdhasi), the moon, which dominates, among other things, the ordinary mind of man, is in a most beneficial situation to the sun. This is why, above all, this is a most auspicious moment to comprehensively experience the mysterious and saving presence of God expressed by Shiva in one of His aspects.

The UPANISHADS mention certain basic attributes of the Divine, such as the truth, goodness and beauty (SATYAM, SHIVAM, SUNDARAM). Plato also believes that truth, goodness, and beauty are the fundamental attributes of God. Goodness (SHIVAM) is the essential principle of all that is good or favorable to spiritual development. This goodness is associated with both the Eternal Truth (SATYAM) and the Absolute Beauty (SUNDARAM).

This, according to the most enlightened, is the most important spiritual message of the SHIVARATRI date. This message is usually accompanied by a significant demand for a truly spiritual life: to be useful to all living beings, which are then considered to be manifestations of God (SEVA) – detached and with judgment. In order to realize this, it is first necessary to develop the power to love. And to comprehensively develop the ability to be pure, sublime, and unconditional to love, it is necessary to develop as fully as possible its spirit of sacrifice (the state of renunciation). Making oneself useful to others full of devotion and devotion only gains a profoundly spiritual meaning when performed in a state of deep love that is able to sacrifice and renounce altogether. Then, the detached act of being useful to others, or KARMA YOGA in other words, will determine the spiritual evolution in a crucial way. This will help one at the same time, never forgetting to be kind.

The terms „SHIVA“ and „SHANKARA“ (another, very common name of SHIVA) mean „the Good“ (the Redeemer). The term SHANKARA is composed of „SHAM“ meaning consciousness of bliss (CIT-ANANDA) and „KARA“, meaning „The one who produces it“. Thus, SHANKARA etymologically means „the one who awakens Divine Consciousness and Divine Bliss in all beings.“ SHANKARA (SHIVA) thus gives to all who seek refuge in Him and worship Him with their whole being, the consciousness of the infinite Divine Bliss. The mystery of the entire creation is symbolically revealed through the traditional description of the form of SHIVA. Thus, the crescent moon on the head of SHIVAS symbolizes the consciousness of human beings, the river Ganges, which, according to Indian mythology, flows from the transcendent heights of the heavens to the head of SHIVA, and then symbolizes through his hair to the earth the mysterious power of universal life and the serpents that SHIVA wears as bracelets and as a sign of His Divine Power represent the innumerable souled beings. He sits on a mountain of silver, and one of his dearest friends is Kubera, the god of prosperity. And yet, even though SHIVA has everything, He carries his mend-vessel with him to remind us constantly that any form of possession or attachment is a hindrance to the path of spiritual progress. SHIVA is completely detached from everything, and thus He has become the eternal embodiment of the Supreme Divine Grace.

The three eyes of SHIVA represent the three worlds (LOKA-S). The trident of SHIVA is the symbol of the past, present and future (the three aspects of time), as well as the transcendence of the three qualities or tendencies (GUNA-S ): Sattva, Rajas and Tamas, which are the specific reflection of the Trinity of Manifestation: BRAHMA, VISHNU and RUDRA-SHIVA. The three worlds, the triad of time, as well as the three qualities (GUNA-S) represent the manifestation of the Divine Principle (ISHVARA) in the heart of all beings. When the grace of God penetrates deep into our hearts, we can become God at lightning speed to the father (PARAMASHIVA).

On the other hand, one can say that if, on any calendar day, one is truly able to experience the divine state of pure existence (SAT), pure consciousness (CIT), and pure bliss (ANANDA), one truly becomes one and comprehensively, thanks to the state of resonance with SHIVA, experiences the holy feast SHIVARATRI. As long as the fruit is not ripe on the tree, its juice is not sweet. When the fruit is fully ripe, it will automatically fall off the tree. The connection to the tree has disappeared. In the same way, the human being that attains full spiritual maturity automatically attains detachment (VAIRAGYA). Man should continually strive to attain this sublime level of maturity by performing the spiritual practices that gradually and finally transform his consciousness.

Especially this night (MAHASHIVARATRI), it is very important to focus your mind as fully as possible on God. In this way one can completely detach oneself from the things and the low desires inherent in the material world. If you give yourself completely to the thoughts that are directed at God that night, your own consciousness will be transformed profoundly and quickly, even if you have not been able to reach the highest state of consciousness until then. Let us constantly keep the three basic attributes of God in mind: Truth, Wisdom and Eternity (SATYAM, JNANAM, ANANTA BRAHMAN), and may we, at least NOW, do everything to reach the ultimate goal of man: the ecstatic identification with God the Father (Paramashiva).

SHIVARATRI is, from a spiritual point of view, an auspicious time for everyone. It is the 14th day of the lunar cycle, the moment when the moon is almost completely hidden. One should therefore not forget that the individual mind (MANAS) is closely related to the moon. CHANDRA, the mysterious angelic lord of the moon, is at the same time the deity who rules the mind (MANAS). He loses one-sixteenth of his radiation each day after the full moon, so that on SHIVARATRI night he only expresses the sixteenth part of his power. The moment of the new moon can thus be associated with a state of mind in which the fluctuations and moods of the mind are greatly reduced, so that they can easily be saved or controlled by spiritual practice. This night (SHIVARATRI), there is only one small part left to be controlled, which can be achieved by focusing intensely on the eternal glory of God.

For instance, in the ashram of SWAMI SHIVANANDA from Rishikesh (INDIA), the night of MAHASHIVARATRI is celebrated as follows:

  1. All devotees fast for the entire day.
  2. A great collective spiritual ceremony takes place with the participation of all the yogis from the ASHRAM, with the aim of bringing about peace and well-being.
  3. For the entire day, the devotees do Japa Yoga continuously with the mantra AUM NAMAH SHIVAYA and they periodically meditate on Shiva.
  4. At night they gather in the temple and repeat the mantra AUM NAMAH SHIVAYA until morning.
  5. The Shiva Lingam, the secret symbol of Shiva, is venerated with great devotion by all of them, during the entire night, for 45 minutes in unison, every 3 hours.
  6. The devotees who are prepared receive the initiation named Sannyas Diksha (they are offered the title of Sannyasin) from their spiritual Master.

Here we offer two examples for a daily, inner meditation, realized traditionally for the adoration of Shiva:

1) „I worship with all my love the sublime pearl of my Divine Eternal Self, ATMAN. I worship with ardour Shiva, who is permanently present in the Lotus of my Heart. I bathe Him in the purest water of my purified mind, pure water taken from the inexhaustible river of faith and devotion. I worship SHIVA NOW with the fragrant flowers of the state of Samadhi (DIVINE ECSTASY). I do all these full of aspiration, in order to liberate myself forever from selfishness, ignorance and suffering.“

2) „Oh, Shiva, in reality You are always present in me, in my Immortal Self (ATMAN). My mind, overwhelmed by my love for you, is Parvati, Your beloved SHAKTI (FEMININE ENERGY OF MANIFESTATION). My PRANIC energies are Your servants. My body is Your House. The actions in this world, the fruits of which I unconditionally offer you, are acts of Your adoration. My sleep is Samadhi (DIVINE ECSTASY). I walk only near you. Everything I say is inspired by You as a prayer to You. Here and now, I offer you, full of love and humbleness, everything I have been and everything I am.“

Knowing all these, it is worthwhile to be as happy as possible in the night of Mahashivaratri. Especially then, we should aspire to experience the divine bliss in our burning hearts, to feel and to see God in everything and everywhere. So, in this night, let us forget about all the mundane concerns and all our past or present sufferings. If we fast, we will be able to feel the ecstatic mysterious communion with the Omnipresent Shiva. During this night, let us constantly think of the mysterious Shiva, and nothing else but Him. This night, to all those who pray to Shiva, it shall be given to them. Let the supreme grace of Shiva be bestowed upon us this night, and fill our being forever.